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Elegant ausgetanzt – jetzt tanz ich statt G20
Die eine Seite: Kampfausrüstung, Stillstand, Warten, unterdrückte Aggression – Politik und Polizei. Die andere Seite: Drums, Beats und tausende fröhliche junge Menschen, die den Apparat elegant aus- und umtanzen. Die gegen die Politik von G20 auf ihre Art protestieren. Gegen jene in Anzug und jene im Kampfanzug.

Gegen jene, die >geschützt< werden müssen durch Beschützer, die ihrerseits den Schutzbedürftigen jeden Schutz verwehren. Als Fest der Demokratie verkauft, wo der Offenbarungseid der Demokratie schon sichtbar geworden ist. Wo sich die Systemfrage sichtbar zeigt, weil der von G20 getragene Kapitalismus nicht mehr überzeugt.
Die politische Tanzveranstaltung mit Tausenden junger Menschen zeigt: Diese Jugend hat sich abgewandt von dieser Politik und ihren Massnahmen. Es war spürbar, es war sichtbar: Der Apparat lauerte und wartete auf eine irgendwie geartete Möglichkeit der Herrschaftsausübung mit Gewalt. Was nützen all die schönen neuen Wasserwerfer und Panzerwagen, Blendgranaten, Abhörgesetze und Horrorpropagandastories, wenn die Tausenden sich zur Musik in Bewegung setzen?! Um diesen sichtbaren Widerspruch nicht noch offensichtlicher zu machen, wurden die Polizeikampfeinheiten in den Nebenstrassen auf St. Pauli versteckt. Vollständig ignoriert von der Bevölkerung. Und mit verachtenden Blicken bedacht. Das Leben bewegte und tanzte sich nebenher seinen Weg Richtung Rote Flora, einem der sichtbaren Zeichen des Widerstands: NoG20 als Leuchtmarken auf dem Dach.
Die Polizeieinsätze gegen menschliche Gründbedürfnisse wie Essen, Trinken und Schlafen haben die SPD und Grünen-Politik in dieser Stadt im Ausnahmezustand vollständig isoliert. Linke Kräfte schlossen sich auf einer gemeinsamen Linie zusammen. Humanisten und Christen, Menschen aller Schichten und jeden Alters bieten Unterkunft und Essen, Reden, Zuhören und Ausruhen an.
Der Bürgermeister Scholz steuert mit dieser Politik auf die nächste grosse Niederlage zu. Nach Olympia zuvor.