Neue Mahltechnik im Kältetunnel

Bei der neuen Mahltechnik ragen die beiden zentralen Arbeitswalzen nur partiell in den kompakten Mahltunnel. Ihr Pressdruck wird von außen liegenden Stützwalzen verstärkt. Das Walzengerüst ähnelt dem in der Metallurgie und Zementindustrie bewährten Sendzimir-Gerüst.

Die Walzenführung reagiert jedoch elastisch auf störende Brocken oder falls das Mahlgut sich vor dem Mahlspalt störend aufbaut. Die gewünschten Korngrößen des Mahlguts sind variabel einstellbar. Störstoffe, wie an den Kunststoffen anhaftender Schmutz, oder Schwerstoffe werden parallel zum Mahlprozess über Windsichtung oder Siebe abgeführt. Gegen Staubexplosionen, z.B. bei Feinmahlung von Alt-Reifen, schützt das o.g. direkte Kühlsystem innerhalb des Mahltunnels. Es verhindert auch die sekundäre Oxidation der Polymerketten an den interkristallinen Bruchstellen. Die Rieselfähigkeit des Mischpulvers am Ende des Mahlprozesses wird über eine spezielle Stiftmühle gewährleistet.

Neue Trenn- und Sortiertechnik

Schon im Kältetunnel beginnt die Serie verschiedener, hintereinander geschalteter Trenn- und Sortierverfahren, die über Roll-bänder miteinander verbunden sind. Im Kältetunnel wird z.B. der Vorteil genutzt, dass die altbekannte elektrostatische Trennung nach dem ESTA-Verfahren nicht durch leitfähiges Wasser gestört wird. Die Trennleistung und Trennschärfe werden dadurch wesentlich verbessert.

Weitere Methoden entsprechen z.T. dem hochentwickelten Stand der Technik, z.B. dem Cryoclass®-Verfahren der Fa. Messer-Griesheim, das „On-line-Klassierung mit scharfen Trenngrenzen für höchste Ansprüche und bei hohen Durchsätzen“ erreicht. Innovative Verfahren verbessern die Feinsortierung von Mischpulver, das zahlreiche Materialsorten enthält. Eine hohe Sortenreinheit und eine hohe Materialschonung mit aktiv bleibender Oberfläche des Feinkorns sind möglich.

Die Feinmahlung ermöglicht es, die Körner aus der meistens veränderten, verbrauchten Oberfläche der Kunststoffteile von denen zu separieren, die noch aus völlig intakter Grundmasse bestehen. Auch nach jahrelangem Gebrauch sind Kunststoffabfälle i.d.R. nur unmittelbar an der Oberfläche verbraucht. 60-80% der Masse bleiben intakte Grund-masse. Sie kann nach gut entwickeltem Stand der Technik recompoundiert werden. Die Formmasse gleicht dann qualitativ der von Primärware. Sie ist nur sehr viel preiswerter, weil das Kryo-Recycling etwa 40-mal weniger Energie benötigt als die Neusynthese.

Auch für die recyclingunwürdigen Körner aus der Oberflächenschicht eröffnen sich stoffliche Anwendungen, weil sie als Pulver vorliegen, z.B. bei Pulverbeschichtungen.

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Professor Rosin unterrichtet an der Heinrich-Heine Universität zu Düsseldorf und war darüber hinaus langjähriger Leiter des Hygiene Instituts der Stadt Dortmund. Gemeinsam mit seinem Kollegen Herrn Dr. Hans Preisendanz hat er auch den FCKW-freien Kühlschrank erfunden, der zu Anfang der neunziger Jahre in einer öffentlichkeitswirksamen Aktion von Greenpeace durchgesetzt wurde. Hierfür wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Muellverbrennung in Lengerich 1 426x300

Wussten Sie, dass seit 9 Jahren im Zementwerk Lengerich Plastikabfälle, Tiermehl, Farben, Lösungsmittel und Gummi verbrannt werden? Wussten Sie, dass ca. 99% der realen Verbrennungszeit keine Schwermetallmessungen (bis auf Quecksilber) stattfinden?

Die Recyclingquote der Gelben Tonne liegt unter 50 Prozent. Der Kunststoff-Müll wird verbrannt statt verwertet. Nach Angaben des Verbands Kommunaler Unternehmen ist die Recyclingbilanz vor allem bei Kunststoff sehr schlecht – die tatsächliche Wiedereinsatzquote hochwertiger Kunststoffmaterialien liege bei 20 Prozent.

Mit Kryo-Recycling könnte ein Großteil des benötigten Kunststoffes recycelt werden.

An der Unterdrückung des Kryo-Recyclingverfahrens und der Kreislaufwirtschaft ist die Mülllobby maßgeblich beteiligt. Laut Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) könnte heute schon bundesweit fast jede vierte der 71 Müllverbrennungsanlagen geschlossen werden.

Recyceln statt verbrennen!

Verpflichtung zu umfassendem Recycling – sparsamer Umgang mit natürlichen Rohstoffen und radikaler Rückbau der Vermüllung!

Verbot der Müllverbrennung!

Die Zukunftstechnologie des Kryo-Recyclings von Kunststoffen wurde von Herrn Professor Dr. med. Harry Rosin und einem Expertenteam entwickelt. Sie ersetzt die Müllverbrennung von Kunststoffen weitestgehend. In dem Verfahren werden die Kunststoffe zunächst stark abgekühlt. Hierzu wird eine innovative Kühltechnik eingesetzt. Durch die Tiefsttemperaturen werden die Kunststoffe spröde und können gemahlen werden. Das feine Granulat kann dann sortenrein getrennt und wieder der Produktion zugeführt werden. Die Verarbeitung zu hochwertigen Kunststoffprodukten ist möglich.