In Deutschland wurden im vergangenen Jahr eine Rekordzahl von 2,08 Milliarden Getränkedosen verkauft. Dies sei eine Steigerung um zwölf Prozent im Vergleich zum Jahr 2014, teilte der europäische Verband der Getränkedosenhersteller (BCME) am Mittwoch mit. Rund 40 Prozent der verkauften Dosen seien mit Bier gefüllt gewesen. Seit 2003 (Schröder/Fischer Regierung) gilt in Deutschland für Einweg-Getränkeverpackungen wie Dosen eine Pfandpflicht.

Im Jahr 2002 waren noch rund 7,5 Milliarden Dosen abgesetzt worden. Nach einer intensiven Diskussion in der Umweltbewegung und der Forderung nach einem Verbot der Getränkedosen brachen die Zahlen drastisch ein. Um ein Verbot zu umgehen, wurde unter Schröder/Fischer die Pfandpflicht beschlossen. Nun wurde erstmals wieder die Marke von zwei Milliarden übertroffen.

Aludosen: Eine ökologisch sehr bedenkliche Verpackung!

Umweltgefährdende Chemikalien und eine große Energiemengen sind erforderlich, um aus dem Ausgangsmaterial Bauxit Aluminium herzustellen. Abbau von Bauxit und die Produktion Aluminium erfolgen zudem häufig in Ländern, die für ihre schlechten sozialen Bedingungen und unzureichenden Umweltstandards bekannt sind.
Auch hinsichtlich Klimaschutz sind die Getränkedosen nicht zu empfehlen: Dosenbier verursacht dreimal so hohe CO2-Emissionen wie Bier in Glas-Mehrwegflaschen! Dazu kommt noch, dass die Dosen häufig nicht für das Recycling getrennt gesammelt werden – ein großer Teil der Dosen landet im Restmüll!

Auch das Recycling der Dosen ist kompliziert. So enthält eine Weißblechdose laut der Ökobilanz des Dosenverbands Beverage Can Makers Europe weniger als sechs Prozent Recyclingmaterial. Das Recycling erzeugt im Falle des Aluminiumrecyclings Sondermüll und da verschiedene Legierungselemente (z. B. Magnesium) beim Aluminiumrecycling nicht entfernt werden, ist das rückgewonnene Aluminium minderwertiger als das bei der Dosenherstellung eingesetzte Aluminium (Downcycling). Beim Recycling von Weißblechdosen geht meist die Zinnschicht verloren.
Zum Vergleich: Bei Glasflaschen liegt der Recyclinganteil durchschnittlich bei 65 Prozent, bei PET-Flaschen je nach Art bei 15 bis 35 Prozent.

Das Hormongift Bisphenol A versteckt sich meist in Plastik, doch findet man auch in Produkten, in denen man es nicht vermutet: Der BUND hat die riskante Chemikalie in Getränkedosen von Sprite, Red Bull, Schöfferhofer, Faxe-Bier, Nescafé und weiteren Abfüllern nachgewiesen. Ein Labor fand in den Epoxidlacken der Innenbeschichtungen der Dosen zwischen 0,3 und 8,3 Mikrogramm Bisphenol A. Akute Gesundheitsschäden sind beim Trinken aus Dosen zwar nicht zu befürchten. Der Schadstoffgehalt trägt jedoch zur Gesamtbelastung des Menschen mit Bisphenol A bei. Denn auch andere Produkte enthalten die Chemikalie: Schnuller, Fläschchen, Getränkedosen, Zahnfüllungen, Thermopapier und viele mehr. Der BUND setzt sich deshalb dafür ein, dass hormonell wirksame Schadstoffe in Alltagsgegenständen verboten werden

Mehrwegflaschen sind die umweltfreundlichste Verpackung.

Wurden vor der Einführung des Pfands noch 64 Prozent aller verkauften Flaschen wiederbefüllt, waren es 2012 nur noch 45,7 Prozent. Mineralwasser geht inzwischen sogar zu 70 Prozent in Wegwerfflaschen über die Ladentheke. Rund drei Viertel aller Verpackungen von Erfrischungsgetränken sind Einweg-Verpackungen.