Braunkohlebagger fressen sich weiter durch die Lausitz. Dafür werden auch Dörfer geopfert. Doch die Menschen setzen sich zur Wehr.

Mehr als 7500 Menschen aus über 20 Ländern kamen in die Lausitz. Ein eindrucksvolles internationales Zeichen gegen die klimaschädliche Kohlekraft! AnwohnerInnen und UmweltaktivistInnen bildeten gemeinsam eine acht Kilometer lange Menschenkette zwischen den beiden vom Braunkohletagebau bedrohten Orten Kerkwitz in Deutschland und Grabice in Polen.

Beide Orte sollen für geplante neue Tagebaue abgebaggert werden. AnwohnerInnen und UmweltaktivistInnen aus ganz Europa schlossen sich zusammen, um ein Zeichen gegen den klimaschädlichsten Energieträger überhaupt und für den Kohleausstieg zur Energiegewinnung zu setzen.

Auf der deutschen Seite will der Energiekonzern Vattenfall seinen Braunkohletagebau erweitern, in Polen ist der Ausbau der Braunkohleförderung durch den Konzern PGE Teil der nationalen Energiestrategie. Deutschland ist das Land mit der größten Braunkohleförderung der Welt. 2012 waren es rund 185 Millionen Tonnen, wovon 98,9 Prozent in den drei großen Braunkohlerevieren (Rheinisches, Mitteldeutsches und Lausitzer Revier) abgebaut wurden.

Auch auf polnischer Seite bahnt sich eine Katastrophe an. Der polnische Staatskonzern PGE will eine gigantische Kohlegrube ausheben und ein riesiges neues Braunkohlekraftwerk bauen.

Werden diese Pläne umgesetzt, verfehlen Deutschland, Polen und Europa nicht nur ihre selbst gewählten äußerst schwachen Klimaziele, tausende von Menschen verlieren ihre Heimat und die Energiewende wird massiv torpediert. Denn der Anstieg der Kohleverstromung heizt die drohende Klimakatastrophe an. Mit dem Abraum werden jedes Jahr auch riesige Mengen Uran freigesetzt. Abbau, Lagerung und Transport des Abraums und der Kohle verbreiten lebensbedrohliche Feinstäube. Damit die Tagebau-Gruben nicht voll laufen, muss das Grundwasser abgesenkt werden. Die Menge des jährlich durch Abpumpen verschwendeten Wassers übertrifft bei Weitem den gesamten Wasserbedarf von mehreren Großstädten.

 Wir brauchen Kohle für andere und viel wichtigere Dinge. Die Kohle hat einen bedeutenden Platz in einer zukünftigen Kreislaufwirtschaft und darf nicht weiter verbrannt werden.

Wir sind für ein Verbot des extraktiven Tagebaus und für das Ersetzen fossiler Brennstoffe durch regenerative Energien! Energiegewinnung vor allem aus Sonne, Wind, Wasser und Bioabfällen! Senkung der Treibhausgas-Emissionen um 70 bis 90 Prozent bis zum Jahr 2030!