Liebe Freund*innen,

Screenshot 2016 11 09 08 57 421. Was läuft eigentlich bei den offiziellen Verhandlungen?

Diese Frage wurde im Vorfeld aus Orten gestellt, die um einen Livekontakt zu ihren Aktivitäten am Weltklimatag in Deutschland baten. Darauf habe ich Einzelne aus den Delegationen gefragt, die Zugang zur "Blue Zone" haben.
War zu Beginn der letzten Woche noch von Langeweile und Stockungen die Rede, hört man nun nur noch über aufgeregte Diskussionen um das US-Wahlergebnis. Beim Frühstück nach der Wahlnacht hat eine amerikanische Institutsvertreterin in unserem Riad nach dem "Good morning" uns angefaucht, sie wisse nicht, was an diesem Morgen gut sein solle. Mit Trump an der Spitze werde sich nun die Welt drastisch zum Negativen verändern, war ihr Statment, der Faschismus hätte in Amerika gewonnen und sei auch in Europa auf dem Vormarsch. Unser Hinweis, dass die bisherigen Aktivitäten der USA bereits wenig friedens- und umweltfreundlich gewesen wären, empörte sie derartig, dass sie den Frühstückstisch verlies, weil so so einen Schwachsinn nicht anhören könne.

Screenshot 2016 11 09 08 57 37Wir haben bereits einiges zum cop22 berichtet. Heute soll mal die Viel­schichtigkeit des Geschehens bei diesem welt­weiten Treffen beleuchtet werden, dass uns als Umwelt­gewerkschaft e.V. sehr wichtig sein muss.

Es ist bekanntlich ein Treffen der Regierungen der Welt. Nicht ganz 200 Länder haben dazu Vertreter geschickt. Diese Regierungs­vertreter haben alle einen Stab von weiteren offi­ziellen Teil­nehmern dabei. Zum einen sind das Vertreter von so­genannten NGOs (Nicht­regierungs-Organisationen), die umwelt­politisch aktiv sind. Dies dürfen dann auch andere akre­ditieren, auch aus anderen Ländern. Eine Vertreterin von 350.org hat uns gestern erzählt, wie sie als inter­nationales Netzwerk Umwelt­aktivisten aus der ganzen Welt zum offi­ziellen Eintritt in die „Blue Zone“ verhelfen. Sie meinte, das können wir als Umwelt­gewerkschaft künftig nutzen. Dann werden viele büro­kratische Dinge, durch die wir uns mühsam durchquälen mussten, einfacher.

Liebe Freundinnen und Freunde,

wir haben von Eurem Kampf über unsere Delegation gehört, die anlässlich des COP22 in Marrakesch ist. Wir unterstützen Euren gerechten Kampf gegen Analphabetentum, für Verbesserung der Bildung der Bevölkerung und für Festeinstellung der von der Regierung versprochenen 10.000 Lehrer und Schuladministratoren. Ausreichende Bildung für die Bevölkerung ist eine wichtige Grundvorrausetzung, um die gesellschaftlichen Verhältnisse zu durchschauen und soziale Reformen, Umweltschutzmaßnahmen und gesellschaftlichen Fortschritt durchzusetzen.
In unserem Aufruf zum Weltklimatag schreiben wir „Um die Rettung des Weltklimas und der Umwelt müssen wir uns selber kümmern“. Es ist eine allgemeine Erfahrung, dass wir nichts auf die Versprechen der Herrschenden geben können. Wir beglückwünschen Euch deshalb zur  Besetzung des Platzes der Gauckler; wir verurteilen den Wortbruch der marokkanischen Regierung.
Wir verurteilen auch die brutalen Übergriffe der Polizei und die Kriminalisierung Eures berechtigten Kampfes mit dem Vorwand des Bruches des Plastikverbotes. Nicht Ihr, sondern die Konzerne und Regierung in Marokko verschmutzen und zerstören die Umwelt und Lebensgrundlagen.
Wir werden die Bevölkerung in Deutschland über Euren Kampf informieren und die Solidarität organisieren.

Wir wünschen Euch viel Erfolg, Durchhaltevermögen und die breite Unterstützung durch die marokkanische Bevölkerung.

Herzliche und solidarische Grüße,

Geschäftsführender Vorstand der Umweltgewerkschaft Deutschland

 

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Eindrücke von der cop22 in Form von Fotos könnt ihr hier herunterladen:

https://ug-cloud.itrichter.de/d/0c05bc4c46/

Als zip-File lassen sie sich auf Festplatte speichern.

 

 

IMG 20161109 WA0031Liebe Freund*innen,

um 17 Uhr trafen wir uns nach Klärung verschiedener logistischer Fragen wieder zu einem gemeinsamen Besuch bei der Platzbesetzung der Lehrer*innen. Es waren deutlich mehr geworden. Wir fragten nach und bekamen die Information, dass die Aktionen an den anderen Orten eingestellt wurden und nun alle Lehrer*innen, die um ihre Einstellung kämpfen, hierher nach Marrakesch gefahren sind. Sie wären nun insgesamt ca. 600 der 5.000 Lehrer*innen, denen die versprochene Einstellung in den öffentlichen Dienst verweigert wurde. Wir haben sie so verstanden, dass ihr Kampf nun in Marrakesch zentralisiert wird.

Hubert hat für die UG eine engagierte Kurzrede am Megaphon gehalten:

Screenshot 2016 11 09 08 57 32Liebe Freund*innen,

heute waren wir drin, beim cop22 in der Grünen Zone, und haben uns erstmalig dort vorgestellt und viel erlebt. Das tragen wir jetzt zusammen.

Unsere Eindrücke:
Wir sind ohne irgendwelche Probleme durchgelassen wurden, nachdem unsere offiziellen Versuche alle bürokratisch torpediert wurden. Das ist ein Supererfolg! Wir haben sonst nur ganz wenig Deutsche dort gesehen. Keine weiteren Organisationen, nur Vertreter der Konrad-Adenauerstiftung, 2 Leute bei bei der Heinrich-Böll-Stiftung mit ganz wenig Material und ohne Aktivität.
Bei der Frauen-Gender-Ecke war einzig positives Erlebnis, wo 2 deutsche Frauen sich mit uns unterhalten haben. Sie meinten, die Genderfrage, die soziale Frage und die Rettung des Klimas hängen zusammen. Wir haben Adressen bekommen und den Namen der Organisation und wollen sie noch interviewen: http://womengenderclimate.org/

>> Download des dreisprachigen Flyers cop22 Marrakesch 2016 <<

Hubert Bauer, Delegationsleiter

IMG 20161108 WA0012Liebe Freund*innen,

wegen der bewegenden Erlebnisse rund um die Platzbesetzung der Lehrer*innen habe ich bis spät geschrieben, um neben der UG, durch Information von rf-news und meiner IG Metall-Verteiler nach Baden-Württemberg eine breitmöglichste Bekanntheit der sensiblen Situation dieser begeisternd kämpfenden jungen Leute zu ermöglichen. Es sind aktuell ca. 500 Personen in verschiedensten Städten Marokkos, die sich an dieser Auseinandersetzung beteiligen und mit Platzbesetzungen und Hungerstreik in einem diktatorischen Land hervorragenden Mut zeigen. So eine Jugend brauchen wir in allen Ländern.