Screenshot 2016 11 09 08 57 32Liebe Freund*innen,

heute waren wir drin, beim cop22 in der Grünen Zone, und haben uns erstmalig dort vorgestellt und viel erlebt. Das tragen wir jetzt zusammen.

Unsere Eindrücke:
Wir sind ohne irgendwelche Probleme durchgelassen wurden, nachdem unsere offiziellen Versuche alle bürokratisch torpediert wurden. Das ist ein Supererfolg! Wir haben sonst nur ganz wenig Deutsche dort gesehen. Keine weiteren Organisationen, nur Vertreter der Konrad-Adenauerstiftung, 2 Leute bei bei der Heinrich-Böll-Stiftung mit ganz wenig Material und ohne Aktivität.
Bei der Frauen-Gender-Ecke war einzig positives Erlebnis, wo 2 deutsche Frauen sich mit uns unterhalten haben. Sie meinten, die Genderfrage, die soziale Frage und die Rettung des Klimas hängen zusammen. Wir haben Adressen bekommen und den Namen der Organisation und wollen sie noch interviewen: http://womengenderclimate.org/

>> Download des dreisprachigen Flyers cop22 Marrakesch 2016 <<

Die Umweltgewerkschaft war die einzig sichtbare Umweltorganisation aus Deutschland heute in der "Green Zone" - BUND und Nabu haben wir trotz Suche nicht finden können.

Screenshot 2016 11 09 08 57 29Viele Afrikaner waren da. Aus dem Kongo haben sie mit Abfall künstlerische Figuren gemacht. Es gab nur eine einzige kämpferische Organisation unter den offiziellen Ausstellern, da saß ein Mann aus Marokko, mit dem wir uns haben fotografieren lassen. Er hat sich sehr darüber gefreut hat, dass wir in Deutschland auch gegen Fracking kämpfen. Er hat "Stoppt Fracking"-Aufkleber verteilt und rief auch zum Kampf gegen Atomkraftwerke auf. Mit ihm wollen wir noch ein Interview machen, haben Adressen getauscht und er will unbedingt Kontakt.

Die Royal Air Maroc hat als Fluggesellschaft Künstler aus Afrika gesponsert. Es gab einen Film über Tschernobyl zum reinsetzen und zugucken. Diese künstlerische Ecke der Messehallen nutzten viele als Treffpunkt für Fotos insbesondere Selfies. Es gab den Versuch mit einer Okulele und politischen Liedern, "Frieden in die Welt zu bringen". Die Leute drumherum haben sich über die Musik gefreut, aber nicht richtig verstanden.

Screenshot 2016 11 09 08 57 54Diese teilweis umweltbewegten Initiativen sind ganz vereinzelt in der NGO-Halle (gesamte Green Zone besteht aus 4 großen Bierzelten). Dort haben wir uns überwiegend bewegt. Wir hatten ja leider kein Material, nur unsere Visitenkarten. Das Bestimmende in der Green Zone waren Unternehmerausstellung und Regierungsstände einzelner Länder wie Österreich, Holland, Norwegen und GIZ der Bundesregierung. Super auffällig die großen Konzerne: Siemens als Umweltunternehmen für Windkraft, MAZEN hatte den allergrößten Stand und warb um Investoren. Großkotzig war Katar, als Erdölland: Worin ihr Umweltbeitrag bestehen soll, blieb unklar.

Dann wurden Investoren gesucht für Smartcities, neue künstliche Großstädte in der Wüste. Solartechnik und Elektroauros verschiedener Hersteller, z.B. aus Deutschland BMW mit dem i8. Alles war auf Show ausgerichtet mit ganz wenig Standpersonal, offensichtlich vor allem Werbung. Die Unternehmen aus Marokko waren alle auf Investorensuche. "Smart agriculture" Werbung gab's auch. Bunt gewürfelt und zu 85% alles aus Marokko. 50% der großen Aussteller zeigten übergroße Königsbilder. Dessen eigene Firmen und Stiftungen stellten ihn als Umweltheiligen dar.

Die Show wurde von vielen jungen Leuten kritisiert. Oft sind ehrlich umweltbewegte Studenten irgendwie als Gäste dahin geraten. Sie meinten, die blaue Zone sei stinklangweilig. Viel Blabla ohne inhaltliche Festlegungen. Mittags hatten wir den Eindruck, dass dort die Kontrollen nachließen, wir könnten vielleicht auch reingehen? Aber was sollen wir da?

Schlussfolgerungen und Ergebnisse:
Wir haben zusammen 11 Adressen bekommen und Kurzbeschreibungen der Organisationen erstellt, die sich sehr für uns interessieren. Ca. 45 Visitenkarten haben wir weitergegeben. Meist haben wir Huberts E-Mail-Adresse und Namen mit draufgeschrieben, um eventuell noch in Marokko den Kontakt vertiefen zu können. Unser Ziel ist, vertiefende Interviews machen zu können, für unsere Gesamtorganisation und für ein klares Bild, wozu wir als UG diese Kontakte nutzen könnten.
Wir haben einen marokanischen Reporter getroffen aus Casablanca, der uns interviewen will. Den sollen wir anrufen.
Einzelne haben gebeten, unser Programm zu bekommen in verschiedenen Sprachen. Wir werden ihnen die drei pdf.files, die wir haben, schicken und sehen dann, was sie antworten.

Screenshot 2016 11 09 08 57 45Wir haben nun auch aus dem Printshop unser Grundstzprogramm in den drei Sprachen. Heute abend abgeholt. Es wurde doppelt so teuer wie abgemacht. Der Bedienstete hat sich vielfach entschuldigt. Es war eine Entscheidung seines Chefs. Wenn wir 5000 vom dreisprachigen einseitig drucken, kostet ein Exemplar 0,5 dirham = 1000 kosten dann ca 50 Euro. Ob sie allerdings diese Menge bis zum Wochenende fertig bekommen, ist fragwürdig. Wenn wir nur 1000 drucken wird's etwas teurer, bis zu 80 Euro. 1000 könnten wir evtl schneller haben. Bitte beachtet, es fahren ja am Samstag bereits welche nach Hause und Hubert ist allein am Sonntag bei der Demo. Die Kosten sind für einseitigen Druck. 2-seitig kostet einfach doppelt.

Wir sind unsicher, wieviel wir wohl verteilen können. Die Demo am Sonntag ist auch etwas ungeklärt und nach den bisherigen Erlebnissen kann es auch abgesagt werden. Da so gut wie keine Deutschen zu sehen sind, wäre zweisprachig ausreichend und man käme auf nur einseitige Flyer. Inzwischen denken wir, 1000 Flyer in 2 Sprachen sind ausreichend. Hubert, der länger bleibt, könnte dann noch nachdrucken, falls nötig.

Wir haben die Programme beidseitig auf Din A4 und müssen sie noch falten. Morgen teilen wir uns, zwei gehen wieder zum Cop-Village mit den Leuten vom Verlag Neuer Weg. Die anderen kümmern sich um die Fertigstellung der Flyer und schauen nach den Platzbesetzern, den Lehrern, und vertiefen den Kontakt. Das ist heute zu kurz gekommen.

Am Donnerstag ist der Protest gegen die israelische Delegation wegen der Umweltverbrechen gegen die Palästinenser. Wir wollen gerne hingehen mit UG-Fahne.

Liebe Grüße,

Hubert im Auftrag von allen 4en