An die VW-Kolleginnen und Kollegen der deutschen VW-Standorte

und zur Kenntnis an die breite Öffentlichkeit

Erklärung zum Umweltverbrechen der Automobilindustrie durch weltweite Massenvergiftung und Solidarität mit den Belegschaften

Wir, die Delegierten des Programmkongresses der Umweltgewerkschaft, klagen die Automobilindustrie und insbesondere VW an.


Wer glaubt schon dem Vorstand und dem Aufsichtsrat, das sie nichts von den Manipulationen an der Abgasaufbereitung wussten. Skrupellos und aus niederen Beweggründen, um einen Vorteil gegenüber ihren Konkurrenten zu haben, ließen sie die Abschalteinrichtung für die Abgasaufbereitung einbauen. Das machen mehr oder weniger auch alle anderen Konzerne.

Verbrennungsmotoren sind eine Hauptquelle für CO2 und Feinstaub. In Deutschland sterben über 10.000 Menschen vorzeitig an der Stickoxidbelastung. Was ist das für ein verkommenes Gesellschaftssystem in dem aus Profitgründen am Individualverkehr festgehalten wird und damit unsere und die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen in Frage stellt?

Die Kosten für diese illegalen Machenschaften versucht VW jetzt auf die Gesellschaft abzuwälzen. Mit staatlicher Rückendeckung durch Bundesregierung, niedersächsischer Landesregierung und EU-Komission konnten sie jahrelang uns alle belügen, betrügen und vergiften. Anstatt Verantwortung für ihr Verbrechen zu übernehmen, behält VW dieses und die nächsten Jahre die Gewerbesteuer ein und bedroht die VW-Kollegen mit Arbeitsplatzverlust. Die von der WHO attestierte Lebenszeitverkürzung durch Luftschadstoffe muss sofortige Konsequenzen in der Automobilindustrie haben haben. Gesundheitsgeschädigte Menschen müssen angemessen entschädigt werden.

Die neuen Rationalisierungspläne vom Konzern sollen jetzt mit dem Argument: „Es sei kein Geld da!“ begründet werden. Aber wo sind denn die Rekordgewinne der letzten Jahre hin, die ihr erarbeitet habt?

Die Kosten für dieses Verbrechen sollen die Verursacher und Profiteure übernehmen und mit ihrem Privatvermögen haften.VW soll seine Gewerbesteuer zahlen!

Völlig zu Recht lehnen viele Kolleginnen und Kollegen ab, die Lasten der VW-Krise auf ihren Rücken zu tragen. Die Initiativen an der Gewerkschaftsbasis für einen breiten Widerstand gegen die Konzernpläne hat unsere volle solidarische Unterstützung.
Kampf um jeden Arbeitsplatz! Keine Entlassungen, weder von Leiharbeitern, Werkverträglern oder Stammwerkern! Stattdessen Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich!

Mit der Umstellung auf regenerative Antriebe und Abkehr vom Individualverkehr müssen vollwertige Ersatzarbeitsplätze geschaffen werden. Im Bereich der erneuerbaren Energien oder im Umweltschutz oder beim Beseitigen vom Umweltschäden.

Wir begrüßen jeden Whistleblower in unseren Reihen und sie können sich auf unsere uneingeschränkte Solidarität verlassen.

Macht mit in der Umweltgewerkschaft! Gemeinsam gegen Umweltverbrecher!