2012 stufte die Weltgesundheitsorganisation WHO Dieselabgase als eindeutig krebserzeugend ein. Der Zusammenhang mit der Entstehung von Lungenkrebs gilt als erwiesen. Arbeiter (Kollegen in der Logistikbranche, Berufsfahrer, Busfahrer, Hafenarbeiter, auch Bergleute oder Bauarbeiter), die Dieselabgasen ausgesetzt sind, haben ein 40 Prozent höheres Lungenkrebsrisiko („Deutsche Ärzte-Zeitung“, 19.6.2012).

Doch dessen ungeachtet „kämpft in Deutschland die Bundesregierung für das Recht der Autobauer auf die Verschmutzung der Atemluft … und verweigert behördliche Nachkontrollen selbst bei Überschreitungen der Stickstoffdioxiod-Werte um 2.500 Prozent“, so Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der „Deutschen Umwelthilfe“ (DUH) in einer Presserklärung vom 19. September 2015. Die DUH geht davon aus, dass die Anzahl der „hochemittierenden Diesel-Pkw“ in Europa in die Millionen geht, da „auch von anderen Diesel-Pkw-Herstellern wie BMW, Daimler, Ford und Opel“ ähnlich wie bei VW verfahren werde.

Technisch ist es längst möglich, die gefährlichen Abgase herauszufiltern und zu minimieren, allerdings um den Preis eines höheren Spritverbrauchs und geringerer Leistung. Darin liegt – neben geringerer Katalysatorkosten – wohl ein Hauptgrund für die Manipulationen durch VW und andere Hersteller. Ein „gesundes“ Auto wird es, so lange es auf fossilen Energien beruht, jedoch nie geben.

Der Skandal um manipulierte Abgastests von VW-Dieselfahrzeugen in den USA dürfte nur die Spitze eines Eisberges sein. Dieser Skandal ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein bewusstes Verbrechen. Es ist ein Beispiel für die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur um des Profits willen.

Ausbau eines kostenlosen öffentlichen Nahverkehrs! Güterverkehr auf Schienen und Wasserwege!
Schnellstmögliche Umstellung auf ein Verkehrssystem, das auf die Nutzung fossiler Brennstoffe verzichtet!