Das Umweltbundesamt bestätigt dies und fordert einen Wachstumsstopp bei Last- und Personenwagen.

Das Klima- und Umweltbündnis Stuttgart (KUS) protestiert vor der Konzernzentrale von Daimler-BenzEs ist wahrlich ein Armutszeugnis, welches das Umweltbundesamt am 4. August 2015 den Autofahrern, Pkw- und Lkw-Herstellern und Gütertransporteuren ausgestellt hat. Der neue Bericht den die UBA-Präsidentin Krautzberger vorlegte, betont zwar, dass es aufgrund technischer Entwicklungen heute sparsame Motoren gebe: „Im Schnitt belastet ein PKW heute Umwelt und Klima weniger als etwa im Jahr 1995.“ Weil aber der Trend zu mehr PS und und schwereren Fahrzeugen (1) gehe und der Autoverkehr von 1995 bis 2013 um 11 Prozent zugenommen habe, , nützen die technischen Fortschritte dem Klimaschutz wenig: „Dieser Trend hat die Einsparungen praktisch aufgezehrt“, sagte Krautzberger. Diese Fehlentwicklung müsse dringend geändert werden. Der Klimawandel mache sich mit Hitzewellen und extremen Wetterlagen immer stärker bemerkbar: „2014 war in Deutschland und auch global das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.“ Krautzberger wiederholte darum die alte UBA-Forderung nach einem Tempolimit von 120 Stundenkilometern auf den Autobahnen. Es müsse gelingen, den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene und das Wasser zu verlagern, die Lkw-Maut auf Lastwagen ab 3,5 Tonnen auszuweiten und Kohlendioxid-Grenzwerte für Lkws vorzugeben. Diese Appelle, die das UBA regelmäßig wiederholt bleiben jedoch zahnlos, so lange keine praktischen Konsequenzen folgen.

Die Autokonzerne beantworten das Bedürfnis nach Mobilität nicht mit einem schnellstmöglichen Umstieg auf regenerative Antriebe, Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs und Ausbau des Güterverkehrs auf der Schiene und Wasserwegen. Im Gegenteil versuchen sie die Menschen an einen ununterbrochenen Anstieg des Schadstoff reichen Individualverkehrs zu gewöhnen, der heute hauptsächlich auf der Basis fossiler Verbrennungsmotoren stattfindet. Während 1950 weltweit 70 Millionen Pkw und Lkw auf den Straßen fuhren und standen, waren es 2012 bereits eine Milliarde.

„Schienenverkehr kommt mit 30 Prozent der Energie aus, die Straßenverkehr bei derselben Transportleistung benötigt. Dennoch wird in fast allen Ländern der Individualverkehr bevorzugt. Auch nach über 100 Jahren Entwicklung liegt der Wirkungsgrad der Verbrennungsmotoren nur bei 30 Prozent. Mit Brennstoffzellen und Elektromotoren könnte er auf bis zu 90 Prozent gesteigert werden. In Verbindung mit Stromgewinnung aus regenerativen Quellen wäre das ein bedeutender Fortschritt – den jedoch die Energie- und Automonopole seit Jahrzehnten aus Profitgründen behindern. “(2)

So setzt zum Beispiel die Bundesregierung ihr Bekenntnis, mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene und aufs Wasser zu bringen, nicht um. Sie lässt immer noch leichtere Lastwagen ohne Maut über die Autobahnen fahren. Die Wasserstraßen werden nicht ausgebaut und der Güterverkehr auf der Schiene wird durch den Rückbau der Gleise extrem behindert. Die Autoproduzenten wiederum locken ihre Kunden verstärkt mit Geländewagen, die schon konstruktiv mehr Abgase ausstoßen aus kleinere und flachere Fahrzeuge.

Tempo 100! Ausbau eines kostenlosen öffentlichen Nahverkehrs! Güterverkehr auf Schienen und Wasserwege! Schnellstmögliche Umstellung auf ein Verkehrssystem, das auf die Nutzung fossiler Brennstoffe verzichtet!

1) Das Gewicht eines Golf Diesel stieg zwischen 1984 bis 2004 von 920 auf über 1 400 Kilogramm an. Der Grund dafür liegt in einem Trend zu immer mehr Mikroelektronik und Automation.

2) "Katastrophenalarm" S. 159, Verlag Neuer Weg