Die 18 Teilnehmer*innen des Treffens waren sich nach einer solidarischen Diskussion einig:

Zur 23. Weltklimakonferenz vom 6. bis 18. November 2017 in Bonn muss ein international sichtbarer Protest organisiert werden, mit einem gemeinsamen Höhepunkt einer Massendemonstration am „Weltklima-Aktionstag“, Samstag den 11.11.!

Immer häufigere Extremwetterereignisse, Monsterstürme, jahrelange Dürren, Überflutungen, ungewöhnliche Hitze- und Kälte-Einbrüche usw. drangsalieren die Menschen weltweit. Auch mehr und mehr Flüchtlingsströme werden davon ausgelöst. Das Klimasystem der Erde droht lebensfeindlich umzukippen. An dieser Entwicklung haben auch 22 Weltklimakonferenzen nichts geändert! Sie sind „Veranstaltungen zur Volksberuhigung“ mit minimalen Ergebnissen.

Aber selbst die bisher schon völlig unzureichenden Klimaschutzmaßnahmen will die neue US-Regierung unter Trump komplett  zurücknehmen. Die Gelder für die staatliche Klimaforschung sind gestrichen, die Klimadaten der US-Satelliten dürfen nicht mehr veröffentlicht werden. Die Kohle-Öl-Erdgas-Industrie wird massiv gefördert – angeblich um Jobs zu „sichern“. Was für ein perverses Spiel mit den Existenzsorgen der dort Beschäftigten! Statt deren Arbeitskraft und Erfahrung einzusetzen, um die fossile Verbrennungsindustrie im Interesse der ganzen Menschheit schnellstmöglich auf 100% erneuerbare Energie umzustellen! In den USA wie auch hier in Deutschland werden Arbeitsplätze und Umweltschutz gegeneinander ausgespielt. Obwohl es die gleichen Großkonzerne sind, die Mensch und Natur rücksichtslos ausbeuten.

 

Doch rund um den Globus entfaltet sich eine neue Protestwelle im Kampf zur Rettung des Klimas und der Umwelt, die sich auch mit vielen sozialen Bewegungen verbindet.Besonders gegen die aggressive Politik Trumps. Der „world-womens-march“ mit allein in den USA 4 Millionen Teilnehmer*innen sowie weiteren Demonstrationen in über hundert Ländern, der „march for science“ der Wissenschaftler*innen mit zeitgleichen Straßenprotesten in über 500 Städten der Welt. Trump ist der unbeliebteste US-Präsident der Geschichte - zurecht! Während Trump die Klimakrise offen leugnet, verharmlosen und vertuschen andere Regierungen die existenzielle Dimension des Problems. Deshalb haben wir uns vorgenommen, immer mehr Menschen mit immer neuen Argumenten vom Protest gegen den Weltklimagipfel zu überzeugen.

Wir meinen:
Zum Weltklimagipfel-Protest in Bonn sollten alle kommen, die mit dieser menschenverachtende Politik nicht einverstanden sind - nicht nur die Klimaschützer*innen!

Vor und im Verlauf des Konferenzzeitraums wird es vielfältige Aktionen unterschiedlichster Kräfte geben. Als gemeinsamen Höhepunkt streben wir eine Massendemonstration am Weltklima-Aktionstag am Samstag den 11.11. an, um ein weltweit beachtetes Signal zu
setzen. Dafür haben wir den zentral gelegenen Münsterplatz in Bonn und eine Demonstration angemeldet. Das ist auch deshalb  wichtig, um den seit einigen Jahren in Deutschland in den Hintergrund gedrängten „Weltklima-Aktionstag“ als einen Tag des koordinierten weltweiten Protests zum Schutz der Umwelt wieder ins öffentliche Bewußtsein zu rücken.

Die dafür nötige  Zusammenarbeit unterschiedlicher Organisationen und Einzelpersonen soll folgenden Leitlinien folgen:

● Bemühung um eine gemeinsame Erklärung bzw. einen „Aufruf“ als inhaltliche Grundlage eines breiten Bündnisses zu den COP23-Protesten.
Bündnistreffen aller Beteiligten als zentraler Entscheidungsträger über alle wesentlichen Gemeinschafts-Aufgaben sowie der Absprache und Koordinierung der verschiedensten Einzel-Aktivitäten.
● Eine Koordinierungsgruppe zur Vorbereitung der Bündnistreffen und Vertretung des Bündnisses nach außen.
● Bemühung um Konsens, zugleich Verbindlichkeit bei Zusagen.
Solidarische und sachliche Streitkultur, keine öffentlichen Angriffe auf Bündnis-Beteiligte.
● Respektierung der Vielfalt und Eigenständigkeit der Beteiligten.
Überparteilichkeit auf antifaschistischer und antisexistischer Grundlage schließt gleichberechtigte Mitarbeit von Parteien ein (keine Dominanz).
● Intensives Bemühen um internationale Beteiligung, einschließlich Migranten und Geflüchtete. Wir schlagen dazu Patenschaften vor.
finanzielle Unabhängigkeit sichert die inhaltliche Unabhängigkeit, vor allem durch breite Spendenaktivitäten. Gewerkschaftsorganisationen in Großbetrieben und Städten werden zur Unterstützung der An- und Abreise um kostenlose Busse angefragt.

Wir unterstützen in diesem Zusammenhang auch das geplante Bündnistreffen regionaler Organisationen im Raum Bonn am 20. Mai. Wir streben ein gemeinsames Bündnis aller Kräfte basierend auf den Prinzipien der überparteilichen und gleichberechtigten Zusammenarbeit an, sowie Offenheit für die Erweiterung durch neue Kräfte.

Unser nächstes Treffen als COP23-Protestbündnis ist am Sonntag, den 18. Juni.
Es wird von einer Koordinierungsgruppe vorbereitet, bestehend aus Mirjam (Braunschweig), Richard (Bergkamen), Gernot (Berlin).
Zur Kommunikation ist eine Homepage unter www.cop23-protest.de und eine E-Mail-Adresse unter This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. eingerichtet.
Der Bundesvorstand der Umweltgewerkschaft wird um eine Anschubfinanzierung angefragt. Zur Gewährleistung der finanziellen Unabhängigkeit wird während der ganzen Mobilisierung um Spenden geworben.
Einzahlung sind sofort möglich unter dem Stichwort
„COP23-Protest“ auf das Konto der Umweltgewerkschaft, GLS-Bank, IBAN: DE49 4306 0967 11995031 00

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(erstellt von der Koordinierungsgruppe unter Einarbeitung verschiedener Änderungsanträge von Teilnehmern, 7.5.17)