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Viele Umweltaktivisten und Organisationen, zahlreiche besorgte Anlieger und Bürger können nun aufatmen: der
Hambacher Wald wird nun vorerst nicht den Motorsägen zum Opfer fallen. Es war wirklich kurz vor Zwölf.
Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat der Klage des BUND statt gegeben. Das Vorkommen mehrerer
Brechsteinfledermauskolonien im Hambacher Wald haben dafür gesorgt, das erst einmal keine Rodungen bis 2022 über den Konzern RWE vorgenommen werden dürfen. Der Kampf zahlreicher Umweltaktivisten, Bündnisse und Einzelaktivisten hat schon eine lange Geschichte. 2003 kam Greenpeace mit Sprühaktionen an Baggern in die Schlagzeilen. Bis heute setzt sich auch das Bündnis „ Ende Gelände“ mit zivilen Ungehorsam bei ihren Aktionen um die Ausweitung des Kohlereviers in Szene.Und nicht zuletzt haben auch die Waldbesetzer deutlich gezeigt, was wir alle nicht mehr wollen: Kohleverstromung, Waldzerstörung und die zunehmende Erderwärmung!

Am 6.Oktober 2018, ein Tag nach der Urteilsverkündung in Münster zeigten 50.000 Menschen was sie von den
Erweiterungsplänen des RWE- Konzern hielten. Es war eine stimmungsvolle Demo,mit gut gelaunten und kreativen Aktivisten. Einige trugen Eichhörnchenkostüme oder schleppten eine mannshohe Schornstein-Skulptur mit sich herum, aus der reichlich graue Watte“ qualmte“. Für Aufregung sorgte ein riesiges Transparent mit dem Aufruf „We will end coal!“ von der Bewegung #hambibleibt. Der große Schriftzug war auch noch aus luftiger Höhe gut erkennbar. Und die Band „Revolverheld“sorgte mit ihrer Musik für Festivalstimmung.
Die Umweltgewerkschaft war während der Demo am Hambacher Wald auch aktiv und zeigte schon im Vorfeld
ihre Solidarität mit den Waldbesetzern, in dem sie die Baumbewohner mit Ausrüstungs-,und Lebensmittel versorgte.
Dieser ständige, fortlaufende Einsatz aller Umweltaktivisten zum Erhalt des Waldes, der vehemente
Druck gegen die Regierung und den RWE Konzern hatte zurückblickend einen entscheidenden Grundstein gelegt, ohne dem das Urteil von Münster mit Sicherheit hätte ganz anders ausfallen können.
Das Rodungsverbot ist ein guter Erfolg. Keine Frage! Aber der Kampf um ein einzigartiges Ökosystem, gegen die
Erweiterung des Braunkohlereviers und der Braunkohleverstromung, sowie der Erderwärmung wird weiter gehen
müssen. Auch der unglaubliche Zerstörung von Heimat, Existenzen, Häusern und ganzen Ortschaften der Menschen muss der Kampf angesagt werden. Ein Redner der Auftaktkundgebung auf der Demo am Hambacher Wald, Ingo Bajerke formulierte es so:“ Ich habe meine Geburtsort an den Bagger verloren.Stellen sie sich vor, morgens steht ein Bagger vor der Tür und nimmt ihnen alles. Haus und Land und alles was sie mit diesem Ort verbindet. Kindheit, Freunde und Nachbarn.“ Als er redete war alles still im Publikum auf dem Acker am Wald.
Dem Konzern RWE geht es nicht um die Menschen, Arbeitsplätze und dem Erhalt von Natur. Es geht um „eiskalte“ Berechnung und um ständig, steigende Profite und das um jeden Preis. Insgesamt will das Unternehmen von 2018 bis voraussichtlich 2045 noch 1772 Mio. Tonnen Braunkohle fördern und sich mit 116 Mrd. Euro reicher machen. Allein von 1978 bis heute hat der Konzern RWE rund 172 Mrd. Euro umgesetzt, dabei 3900 ha Wald vernichtet,sich mit einem hohem Anteil des jährlichen CO²- Ausstoß von ca.900 Mio. t hier in Deutschland beteiligt und 50 Ortschaften im Hambacher Raum dem Erdboden gleich gemacht. 40.000 Menschen mussten umsiedeln und verloren für immer ihre Heimat. Den Machenschaften von RWE muss unbedingt entgegengetreten werden. Jeder Hektar Wald muss erhalten bleiben. Wälder können mit ihrer Fähigkeit CO² zu binden, den weltweit steigenden Emissionen an Kohlendioxid entgegen treten. Deutschland kann mit seinem heutigen Waldanteil von 11.4 Mio. ha gerade mal 57.7 Mio. Tonnen CO² binden. Das ist entschieden zu wenig. Verschwinden die Wälder weltweit weithin in so einem rasanten Tempo wie jetzt bei steigender Kohleverstromung und Verkehr, wird die Erderwärmung schon 2030 bei 1.5 Grad liegen.
Das Urteil von Münster war eine gute Entscheidung und die Demo am Hambacher Wald ein wichtiges Zeichen für den Kampf um unser Klima.Wir haben keine Zeit mehr! Der Ausstieg aus der Kohleverstromung muss sofort kommen.Wir brauchen den konsequenten und zügigen Ausbau der Erneuerbaren Energien. Für eine klimafreundliche und sichere Zukunft, die die Lebensperspektiven aller Menschen auf unserer Erde für immer garantieren.

Text: Susan Kreft

Bilder Ortsgruppe Lübeck

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