Zu den Ortsgruppen:

bitte ganz nach

unten scrollen

 

Region "Ost"

Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Heute waren wir schneller im Knast als erwartet. Warum?

Lima Baumpflanzaktion Prison04

CANTO VIVO hatte uns eingeladen, an einer Baumpflanzaktion in einem Jugendgefängnis von Lima teilzunehmen. 1200 männliche Jugendliche sitzen hier lange Strafen ab. Nach strenger Personenkontrolle betraten wir einen sehr großen Hof. Sportplatz, Schulgebäude, kleine Bäume und Grünstreifen, Wachpersonal.

Eine Gruppe von 17-18 jährigen Jungen mit ihren Lehrerinnen erwarteten uns. Sie wirkten trotz ihrer Jugend schon ein bisschen vom Leben gezeichnet. Einige waren sichtlich interessiert, andere eher nicht. Sie alle stammen aus armen, oft entwurzelten Familien.

Einführenden Worte, kurze Vorstellung von uns Umweltgewerkschaft-Besuchern, Fragen und Antworten, warum Bäume wichtig sind. Dann gings mit unseren drei mitgebrachten jungen Obstbäumen, Humus und organischem Dünger los ans Einpflanzen. Wir beteiligten uns an den kleinen Pflanzgruppen und kamen ein bisschen ins Gespräch. Besonders nett war Juan-Carlos, der nur so lossprudelte obwohl wir fast kein Wort verstanden. Er war sichtlich stolz auf die winzigen Pflanzen im liebevoll angelegten Wüstensand-Garten, die er pflegte.

Eine junge Aktivistin von CANTO VIVO führt seit zwei Jahren wöchentlich einen Umwelt-Workshop im Jugendgefängnis von Lima durch. Solche Baumplanzaktionen wie heute sind Teil davon.

Es geht um Sensibilisierung, Aufklärung und Bildung für und mit den jungen Straftätern. Sie haben teilweise kaum die Grundschule absolviert, und vor allem diejenigen, die aus der Großstadt stammen, haben meist keine Ahnung und kein Gefühl für Natur oder warum Umweltverschmutzung ein großes Problem ist – und wer dafür hauptverantwortlich ist.

CANTO VIVO  leistet eine geduldige Bewusstseins-Arbeit unter diesen Jugendlichen. Und auch das beteiligte Gefängnispersonal lernt dazu.

Am Schluss wurde gemeinsam der Slogan der Umweltgewerkschaft auf spanisch gerufen:
„Todos juntos salvemos la Tierra del colapso!“ - Gemeinsam die Erde vor dem Kollaps retten! Eine ungewöhnliche und beeindruckende Umweltarbeit haben wir da heute erlebt!

(hier einige Bilder, die der uns begleitende Wachmann gemacht hat; wir selbst durften nicht fotografieren. Die Gesichter der Jugendlichen sind unkenntlich gemacht)

 

Lima Baumpflanzaktion Prison02Lima Baumpflanzaktion Prison03Lima Baumpflanzaktion Prison01

Ein langer Spaziergang, eigentlich schon eine richtige Wanderung, führt uns durch verschiedene Stadtviertel bis zur Pazifik-Küste. An einer Ausfallstraße viele kleine und mittelgroßen Universitäten, alle privat und entsprechend teuer. Im Gegensatz zum lebensgefährlichen Verkehr im Zentrum rund um die Altstadt gibt es hier an einigen 4-spurigen Straßen gut abgegrenzte 2-spurige Fahrradwege in der Mitte, gesäumt von Allee-Bäumen, und mit Fahrradreparatur-Stationen. (Da könnte sich manche deutsche Großstadt eine Scheibe abschneiden...) Und ja, es existiert durchaus einiges an "Grün" in Lima - sofern es denn ständig bewässert wird. Nur 13 Millimeter Regen fallen durchschnittlich pro Jahr in dieser Wüstenstadt, in manchen Jahren auch gar nichts. Allerdings liegt die Betonung auf "durchschnittlich", siehe weiter unten.

Lima grün3

 Lima grün2 

 

Lima grün1

Die Freunde von CANTO VIVO erzählten uns heute von einer gigantischen Wasserkatastrophe, die Lima 2017 getroffen hatte. Sintflutartige Regenfälle führten zu riesigen Überschwemmungen und Erdrutschen. Die gesamte Kanalisation und die Trinkwasseraufbereitungsanlagen waren verstopft. Dazu kam eine starke Vergiftung der Wassermassen durch die mitgespülten Abfälle der Industrie- und Bergbaubetriebe. Drei Tage lang hatte die 10-Millionen-Metropole Lima keinerlei Leitungswasser mehr! Wir waren uns einig, dass die Häufung und Verstärkung solcher Extremwetterereignisse deutliche Vorboten einer heranrollenden globalen Umwelt- und Klimakatastrophe sind.

Lima 2017 Flut01

Lima 2017 Flut02

Lima 2017 Flut03

Heute konnten wir ein erstes Projekt von CANTO VIVO erleben: Herausbildung von Umweltbewusstsein in einer Schule - und die Probleme dabei. Die Schule liegt am Rand eines Armenviertels, das einen Berghang am Stadtrand hinaufgewachsen ist. Alles total trocken, felsig, staubig, von weitem keinerlei Grün zu sehen. Die Bewohner kämpfen um offizielle Anerkennung ihrer selbstgebauten und schon Jahrzehnte bewohnten Häuser durch die Stadtverwaltung. Dazu muss man wissen, dass Lima heute ungefähr zur Hälfte aus „illegal“ gewachsenen Siedlungen armer Menschen vom Hochland besteht; dazu kamen in den letzten Jahren rund 1 Million Flüchtlingen aus Venezuela.

Lima Armenviertel am Berg2

Die Kinder und Jugendlichen brauchen dringend Bildung und Unterstützung, auch in Sachen Umweltbewusstsein. So pflanzten CANTO-VIVO-Mitglieder mit ihnen zusammen Obstbäumchen und erklärten dabei die große Bedeutung von Bäumen für die Menschen. Auch den Lehrern! Einige Zeit wurden sie selbständig von Schülergruppen bewässert und gepflegt. Inzwischen droht Vernachlässigung; bei nur 5 bis 6 (!) Lehrer auf 300 Schüler*innen kein Wunder. Müll liegt rum, einige Bäumchen sind vertrocknet, anderen geht es noch recht gut. Wir schlugen vor, uns an einem gemeinsamen Säuberungs- und Bewässerungs-Einsatz mit Jugendlichen zu beteiligen. Vielleicht klappt es am Samstag, mal sehen.

 

Lima CV Schulprojekt1

Lima CV Schulprojekt2 jungeTriebe

Auf den Straßen der Innenstadt ein unglaublicher Lärm, Gehupe, Abgasgestank und Hektik. Autos, Taxis, Busse in allen Größen, und alle in Zentimeterabstand. Unsere Begleiterin von CANTO VIVO meint: „Wir sind das Chaos hier gewöhnt. In Lima Autofahren ist Kampf!“ Immerhin einige gepflegte kleine Parkanlagen. Viele nutzen die grünen Oasen zu einem Nickerchen. Der "Fluss" Rio Rimac ist nur noch ein Rinnsal, das Wasser durch die Industrieabwässer stark verseucht. Perfekt renovierte alte Kolonialbauten, protzige Kirchen und einzelne moderne Hochhäuser und Einkaufsmalls stehen in krassem Gegensatz zu den riesigen Armenvierteln am Stadtrand. Interessant: mit kunstvoll selbstgebauten abenteuerlichen Dreirad-Karren aus Fahrradteilen, Plastikdach und Holzresten, aber mit Megaphonen, die ihrem Namen alle Ehre machen, eben megalaut, werden Bananen oder ein Haufen technischer Kleinkram angepriesen.

 Lima Parknickerchen

Lima Kolonialbauten1

Lima RioRimac fastleer

Nachmittags und abends bekommen wir einen Eindruck von der alltäglichen Einschüchterung und Unterdrückung durch die Staatsgewalt. Weil nicht-legalisierte „selbstständige“ Transportarbeiter streiken und sich Richtung Regierungspalast bewegen könnten, riegelt die Polizei das Stadtzentrum ab - strenge Kontrollen, wir müssen unsere Pässe zeigen. Polizei überall, teils mit Maschinenpistolen und Tränengasgewehren. Abends werden spontane Proteste gegen die Freilassung einer korrupten, ultrarechten Politikerin aus der Untersuchungshaft gewaltsam auseinandergetrieben. Die Polizei fackelt nicht lange und setzt brutal Schlagstöcke ein....

Lima Polizei1

 

Nach 12 Stunden Nonstop-Flug sind wir gegen 6:30 Uhr in Lima angekommen. Danach fast 1,5 Stunden Schlangestehen bei der Einreisekontrolle am Flughafen - und warum: weil alle Ankommenden einzeln fotografiert und zusätzlich alle 10 (!) Fingerabdrücke abgenommen wurden.  Umso schöner war der herzliche Empfang durch drei Mitglieder unserer peruanischen Partnerorganisation CANTO VIVO direkt am Flughafenausgang!  Mit dem Taxi gings mitten in die 10-Millionen-Metropole hinein, wo wir in der Parterre-Wohnung der Canto-Vivo-Familie gut unterbracht sind.

Peru01 Willkommen in Lima 1MB

Ein kleiner Rundgang durch das Stadtviertel gibt uns nachmittags einen ersten Einblick in das Leben hier. Zufällig kommen wir bei einem Schulfest vorbei. Einige liebevoll selbstgemachte Plakate machen auf die Umweltprobleme aufmerksam. Der Text des einen Plakats lautet sinngemäß: "Wasser haben gibt uns Leben, aber Bewußtsein über Wasser haben gibt uns Wasser". Lima ist eigentlich eine Stadt in der Wüste, nur das Wasser aus den Anden hat eine große fruchtbare Oase geschaffen, in der man Leben kann. Aber diese Wasserquelle ist bedroht, denn die Anden-Gletscher schmelzen rapide...    

Peru02 Schulfest Lima1

 

Peru03 Schulfest Lima2Peru04 Schulfest Lima3

 

Marokko Umweltaktivist gegen Zedernwaldzerstörungdeutsch 2019

Liebe Umweltfreundinnen und Umweltfreunde,

Mohamed Benata aus Marokko, unser Gast auf der Bundesdelegiertenversammlung der Umweltgewerkschaft, schrieb uns mit der Bitte um Solidarität und Unterstützung für einen angeklagten marokkanischen Umweltaktivisten und Baumschützer:

Wir haben eine Petition gestartet um seine sofortige Freilassung zu fordern. Hier ist der Link zu der Petition, die Sie unterschreiben und an Ihre Aktivisten weiterleiten können. Helfen Sie Mohamed B. mit Ihrer Unterschrift.“

Da die Petition auf französisch ist, haben wir die wichtigsten Passagen hier übersetzt, darunter der Link zum Unterschreiben:

PETITION an König MOHAMED VI (Marokko),

den Umweltaktivisten Mohamed ATTAOUI freizulassen

Majestät,

die Justiz in unserem Land wird verwendet, um Dinge zu regeln und mutige Bürger zum Schweigen zu bringen. (...)

Unser Freund Mohamed ATTAOUI wurde zu Unrecht vor Gericht gestellt und im Gefängnis von Errachidia festgehalten, um ihn zum Schweigen zu bringen und den Zerstörern des Zedernwaldes und ihren Komplizen in den Gemeinden und öffentlichen Verwaltungen die Hände frei zu halten.
Mohamed ATTAOUI ist ein aufrechter Bürger, er ist weder ein Dieb noch ein Korrupter, er setzt sich nur für das allgemeine Interesse unseres Landes für eine noble Sache ein, nämlich den Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen. (...)

Wir bitten Ihre Majestät, Mohamed ATTAOUI, Familienvater und Umweltaktivist, zu begnadigen.

Hier geht's zur Petition und Möglichkeit zur online-Unterschrift:  PETITION

 

Protest gegen TR Krieg 10 2019 01

Die Umweltgewerkschaft verurteilt entschieden
den
erneuten völkerrechtswidrigen Einmarsch der türkischen Armee nach Syrien und die geplante Zerschlagung der Demokratischen Föderation Nordsyrien / Rojava
!


Womit haben die Menschen in Rojava, im Nordosten Syriens, das verdient?
Noch 2014 wurden sie von der Terrormiliz IS angegriffen und
massenhaft vertrieben, ermordet, tausende Frauen und Mädchen versklavt und vergewaltigt. Nach dem Sieg über den IS ab 2015 gab es einen Neuanfang, Flüchtlinge aus anderen Regionen wurden aufgenommen, Städte wie Kobanê wieder aufgebaut.

Inmitten des syrischen Bürgerkriegs war und ist Rojava eine Insel der Gleichberechtigung der dortigen Völker, der Frauen-Befreiung, der Demokratie und nicht zuletzt des ökologisch ausgerichteten Wiederaufbaus geworden. Das alles ist jetzt in Gefahr!


Trump’s US-Regierung liefert sie der faschistischen Erdogan-Regierung aus. Von Putin’s Russland bekam die türkische Armee ihr Raketenabwehrsystem. Unterstützer und Ausrüster des türkischen Faschismus sind Rüstungsfirmen in Europa und der Welt. Der wachsweiche „Protest” der deutschen Regierung ist heuchlerisch, solange nicht ALLE Rüstungsexporte in die Türkei gestoppt und die diplomatischen Beziehungen abgebrochen werden!

Wir unterstützen die Forderung der Demokratischen Selbstverteidigungskräfte Syriens (SDF) nach sofortiger Einrichtung einer Flugverbotszone über Nordsyrien, um die Bombardierungen von Städten und Dörfern Rojavas durch türkische Kampfflugzeuge zu verhindern.

Sofortigen Abzug der türkischen Armee und ihrer islamistischen Söldnertruppen!

Freiheit und Frieden für Rojava!

Protest gegen TR Krieg 10 2019 02


Unterstützt Spendensammlungen für Überleben und Wiederaufbau in Rojava:

Spenden an „Solidarität International e.V.“
IBAN: DE86 5019 0000 6100 8005 84 BIC: FFVB DEFF (Frankfurter Volksbank)
Stichwort: Ökologischer Wiederaufbau Kobanê
(zum Aufbau des ICOR-Gesundheits- und Sozialzentrums in Kobanê eingesetzt
)

Spenden an „medico international”
IBAN: DE21 5005 0201 0000 0018 00
BIC: HELADEF1822
(Frankfurter Sparkasse)
Stichwort: Rojava

Die 50 neuesten Beiträge