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Ende September wurde bekannt, dass die Landesregierung Schleswig-Holstein mit ihrem Umweltminister Albrecht eine Zwangszuweisung von 250t Abrissmüll aus dem Atomkraftwerk Brunsbüttel nach Lübeck vornehmen will.

Von Sommer 2017 bis November 2019 sammelten wir Umweltgewerkschafter gemeinsam mit den Montagsdemonstranten 1111 Unterschriften gegen die Deponierung von radioaktiv belastetem Müll auf Niemark. Am 28.11.19 übergaben wir diese Unterschriften der Stadtpräsidentin, Frau Schopenhauer, und sie brachte diese in die Bürgerschaft ein.
Wir begrüßen die mehrheitliche Entscheidung der Lübecker Bürgerschaft vom gleichen Tag, keinen Abrissmüll aus AKW anzunehmen. Nur die GRÜNEN, die FDP und AFD stimmten dagegen.

Nachdem Umweltminister Albrecht kein Einvernehmen mit betroffenen Gemeinden herstellen und keine andere Gemeinde zur Übernahme finden konnte, plant er jetzt eine Zwangszuweisung. Was interessiert ihn die demokratische Selbstverwaltung der Gemeinden! Er verharmlost radioaktiv belasteten Müll mit dem Begriff „Bauschutt“ und verweist auf die höhere „natürliche Strahlung“ (Hintergrundstrahlung). Dabei ist es wissenschaftlicher Konsens, dass jede Strahlung, die zur „natürlichen“ hinzukommt, das Krankheitsrisiko erhöht.

Auch der ehemalige Umweltminister Habeck behauptete, 97% des Abrissmülls aus AKW seien radioaktiv nicht belastet. Wenn radioaktiv belasteter Müll ausreichend verdünnt und breit verteilt wird, kann man in mathematischen Berechnungen unter die Grenze von 10 Mikrosievert kommen. Aber damit ist die Strahlung ja nicht weg, wird nur breiter in unserer Umwelt verteilt – zusätzlich zur Hintergrundstrahlung.
Die Mülldeponie Niemark ist nicht gegen Grundwasser abgedichtet. Wenn das in einem AKW „freigemessene“ Material z.B. für den Straßenbau recycelt wird, atmen wir schwach radioaktive Stoffe ein und die reichern sich in unserem Körper an. Hinzu kommt, dass der AKW – Betreiber die „Freimessung“ selbst vornimmt. Können wir das verantworten?

Der Deutsche Ärztetag griff im Mai 2017 den willkürlichen Grenzwert von 10 Mikrosievert an und erklärte: „Als Ärzte weisen wir darauf hin, dass es keine Schwellenwerte für die Unbedenklichkeit von ionisierender Strahlung gibt und auch durch vermeintlich geringe Strahlenmengen gesundheitliche Schäden und Spätfolgen über Generationen entstehen können.“
Das Standardargument der GRÜNEN lautet: „Irgendwo muss der Müll ja hin“. Die Energiekonzerne, die gegen den Widerstand aus der Bevölkerung den Bau der AKW durchdrückten, haben sich nie um eine möglichst sichere Lagerung gekümmert. Beim AKW-Abriss verfolgen sie die für sie billigste Lösung. Das Umweltministerium hat sämtliche sinnvollen Vorschläge des BUND und der „Internationalen Ärzte gegen den Atomkrieg“ - z.B. für eine Einkapselung vor Ort – vom Tisch gewischt. An dem einmal eingeschlagenen Weg der Endlagerung auf normalen Abfalldeponien sollte nicht gerüttelt werden.

Wir rufen die Lübecker Bürger auf, sich aktiv gegen die Deponierung von Atommüll auf Niemark und anderen Mülldeponien zu wehren. Die Umweltgewerkschaftsgruppe wird dies mit ihren Kräften unterstützen. Eine Zusammenarbeit sollte unter allen Initiativen, Organisationen und Bürgern stattfinden, die dafür und für eine möglichst sichere Deponierung von radioaktiv belastetem Müll eintreten.

 

Mach mit in der Umweltgewerkschaft!

Die Ortsgruppe Lübeck der Umweltgewerkschaft trifft sich jeden ersten Mittwoch im Monat im Museum für Natur und Umwelt, Musterbahn 8, jeweils um 18:30 Uhr.

Montagsdemonstration an jedem 1. und 3. Montag im Monat um 18:00 Uhr vor dem Rathaus.