Mit solidarischen Grüßen und der Freude über den Erfolg der Bürgerinitiative zusammen mit Unterstützern der Umweltgewerkschaft möchten wir die folgende Presseerklärung bekannt machen und auf die kommenden Veranstaltungen hinweisen:

Bürgerinitiativen und Umweltgewerkschaft wenden sich gegen Müll- und Klärschlammverbrennung

„Müll- und Klärschlammverbrennung bedeuten die Degeneration wertvoller Rohstoffe zu giftiger Schlacke und Abgasen und damit eine schleichende Vergiftung von Mensch und Natur“. Dies wurde auf der Pressekonferenz von Bürgerinitiativen und Umweltgewerkschaft am vergangenen Mittwoch 10.9. deutlich.

Im Mittelpunkt stand das gemeinsame erfolgreiche Engagement der Initiativen und Einzelpersonen zur Verhinderung des Ersatzbrennstoffkraftwerks (EBS) in Northeim und der geplanten Klärschlammverbrennung in Osterode. Beim EBS handelt es sich um eine Müllverbrennungsanlage mit zusätzlicher Energiegewinnung, die die in Hildesheim ansässige Firma Umweltdienste Kedenburg GmbH mit ihrer Tochtergesellschaft Umweltschutz Mitte errichten wollte. Der auf der Pressekonferenz anwesende Bürgermeister der Stadt Northeim Herr Tannhäuser zeigte auf, dass die Verweigerung der Energieabnahme durch Northeimer Firmen, wie Continental, ein entscheidender Faktor für die Ablehnung durch das Gewerbeaufsichtsamt in Göttingen war. Dies war Ergebnis des öffentlichen Drucks und der Aufklärungsarbeit der Beteiligten.

Die Bürgerinitiative (BI) gegen die Müllverbrennung in Northeim hatte entsprechende kritische Anfragen bei den Firmen gestellt. Ihr Sprecher, Günter Rorig, regte bei Contitech an, Energie aus einem hocheffizienten Gasturbinenkraftwerk zu gewinnen. Die BI organisierte eine vielfältige Öffentlichkeitsarbeit in Northeim, sammelte über 3700 Unterschriften

Ursula Spennemann stellte dar, wie die Aktivitäten von der Umweltgewerkschaft in Göttingen unterstützt wurden, mit regelmäßigen Infoständen zur Aufklärung über die Gefahren der Müllverbrennung, mit wissenschaftlichen Postern und der Sammlung weiterer 1200 Unterschriften in Göttingen. Die wissenschaftlichen Vorträge des Materialphysikers Prof. Jooss von der Uni Göttingen unterstützten die Bürgerinitiative.

„Die Müllverbrennungsanlage in Northeim wurde daher hauptsächlich durch den Widerstand aller Beteiligten verhindert“, so das gemeinsame Resümee der BI und der Umweltgewerkschaft.

Brigitte Maniatis von der Initiative gegen die MVA in Osterode berichtete auf der Pressekonferenz, dass in Osterode nun eine Müllverbrennungsanlage für Klär- und Industrieschlämme gebaut werden soll. Die Stadt ist in Verkaufsgesprächen für ein Grundstück im Industriegebiet. Die Osterorder Bürgerinitiative wird bei ihrem Vorgehen auf die Erfahrungen der BI in Northeim zurückgreifen und von der Umweltgewerkschaft unterstützt werden.

Statt einer Degeneration von Rohstoffen durch Verbrennung muss die Nutzung und Wiederverwertung im Sinne einer umfassenden Kreislaufwirtschaft Mittelpunkt stehen.