180923 Demo DSCF0956Trotz der schlechten Wettervorhersage kamen bis zu 500 Personen zur Kundgebung vor der Oper. In zwei Demonstrationszügen ging es rein in die Innenstadt.
Die Umweltgewerkschaft konnte eine Rede bei der Auftaktkundgebung am Stöckach halten. Hier die Rede von Maria Vescovi vom Bundesvorstand der Umweltgewerkschaft:

"Liebe Stuttgarterinnen und Stuttgarter, liebe Mitstreiter und Demonstrierende

Ich bin Maria Vescovi vom Bundesvorstand der Umweltgewerkschaft und freue mich, dass ich hier sprechen kann.

Wir sehen unsere Umwelt auf vielfältige Weise bedroht: Die menschengemachte Klimakrise, die Abholzung der Regenwälder, Zerstörung der Meere und vieles mehr. Unsere Verkehrsprobleme hier in Stuttgart sind Teil einer allgemeinen Umweltkrise, die droht, in eine weltweite Umweltkatastophe überzugehen. Neueste Studien belegen, dass der Reifenabrieb etwa ein Drittel des Mikroplastiks in den Meeren ausmacht. Ursache der ganzen Probleme ist, dass die ganze Art und Weise wie heute produziert, konsumiert und gelebt wird, vom kapitalistischen Profitprinzip geprägt ist. Dadurch wird die Umweltfrage zu einem weltweiten gesellschaftlichen Problem; und wir brauchen die gemeinsame Aktion der Arbeiterbewegung und der Umweltbewegung, wenn wir diesen Kampf zur Rettung der Umwelt gewinnen wollen.

Unser „Süd-Treffen“ in Stuttgart zum „Abgasskandal und Nulltarif“ wurde von der Presse gut aufgenommen.

kundgebung Stuttgart
Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Kleiner Protest für die Umwelt

Von jub 28. Juli 2018 Stuttgarter Zeitung

Die Umweltgewerkschaft hält die geplanten Diesel-Fahrverbote in Stuttgart für ein Ablenkungsmanöver. Sie reichen nicht aus, um die Erde vor dem Kollaps zu bewahren, sagen sie. Aus diesem Grund gab es am Samstagnachmittag eine Kundgebung in der Stuttgarter Innenstadt.
Mirjam Gärtner ist die Sprecherin der Umweltgewerkschaft.

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Stuttgart - Vielleicht war es die tropische Hitze, vielleicht war es der Christopher Street Day wenige Meter weiter – viel Aufmerksamkeit zog die Kundgebung der Umweltgewerkschaft am Samstagnachmittag jedenfalls nicht auf sich. Der Verein, der der marxistisch-leninistisch geprägten MLPD nahe steht, wollte ein Zeichen setzen gegen das geplante Dieselfahrverbot in Stuttgart, allerdings kamen nur etwa ein Dutzend Interessierte.

Man spürt den Klimawandel an der Hitze, sagt die Sprecherin.

Die Rechtsentwicklung der Bundesregierung geht einher mit einer verschärften Rationalisierung und Arbeitsverdichtung in vielen Betrieben. Erst recht bei VW – fallen sie doch im internationalen Konkurrenzkampf immer weiter zurück.

Hier wird so mancher sagen: Was? Sie machen doch Traumprofite?
Ihre Traumprofite und Erfolgsmeldungen sind so überschwenglich wie oberflächlich: Wenn die Rede ist von 6,1% Absatzplus im Mai 2018, so muss man das differenziert betrachten. Die EU fällt weit zurück, in Deutschland liegt der Absatz gar bei 2%, in den USA bei 3%. Auch im chinesischen Markt verliert VW an Boden mit einem Plus von nur noch 6,6% - die riesigen Märkte sind Brasilien mit 28% und Russland im zweistelligen Bereich ( keine genauen Zahlen bekannt). In der Ranking Liste der 500 größten Monopole der Welt fallen sie seit 2015 kontinuierlich ab.

Interview mit Herrn Mock, Managing Director der Organisation ICCT ( International Council oft Clean Transportation).
Diese Organisation hat gemeinsam mit der DUH maßgeblich den VW- Dieseskandal mit aufgedeckt.

Ein Interview von Christian Frahm

Spiegel - 22. Juni 2018, 15:28 Uhr

Die Umweltminister der EU-Länder kommen am Montag in Luxemburg zusammen, um über die Abgasvorschriften für Neuwagen nach 2021 zu beraten - dem vielleicht wichtigsten Klimaschutzgesetz für den Straßenverkehr. Der Vorschlag der EU-Kommission sieht bisher vor, den Kohlendioxid-Ausstoß (CO2) von Fahrzeugen bis zum Jahr 2025 durchschnittlich um 15 Prozent, bis 2030 um 30 Prozent zu senken. Ausgangspunkt ist der Ausstoß von 95 Gramm CO2 pro Kilometer bei Pkw und 147 Gramm bei leichten Nutzfahrzeugen. Diese Zielwerte gelten noch bis 2021, die neuen Vorgaben bauen darauf auf.

SPIEGEL ONLINE: Herr Mock, halten Sie diese Ziele für angemessen?

Mock: Die Zielwerte der Kommission werden bei Weitem nicht ausreichen, um die Klimaschutzziele der EU für das Jahr 2030 zu erreichen. Diese sehen vor, die Treibhausgasemissionen um mindestens 40 Prozent zu reduzieren, Deutschland strebt sogar 55 Prozent weniger an als im Jahr 1990.