Zu den Ortsgruppen

und zur UG-Delegation

bei der 3.Weltfrauenkonferenz

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Kontakt: Axel Korn, Ochsensteige 12/4, 89075 Ulm. E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Der zweite Klimastreik in diesem Jahr brachte an die 700 Teilnehmer auf die Straße. Ein großer Teil waren Jugendliche und junge Erwachsene. Auch junge Familien waren da! Viele selbstgemachte  Plakate griffen die Untätigkeit der Politiker auf, manche nahmen – besonders wichtig! - die Profitwirtschaft ins Visier. 20220923 Umweltvorprofitgier

 20220923 Klimaschutz jetzt  fff copy20220923 Auto gegen Zug

Bei den Aktivisten von FFF hat es einen Wechsel zu Jüngeren gegeben und diese haben selbstständig Organisation und Programm von Kundgebung und Demo bestritten. Respekt!

20220923 Snow must go on20220923 Fangt an zu denken

#PeopleNotprofit – das trifft ins  Schwarze! Leider bleibt FFF dann auf halbem Wege stehen. Es wird beklagt, die Politiker hätten den Ernst der Lage nicht erkannt! Ihren Worten zur Umwelt- und Klimakrise würden keine Taten folgen!

Dahinter steht die idealistische Vorstellung, man müsse die Politiker mit noch besseren Argumenten überzeugen. Als ob sie sich gegen die Interessen der Global Player durchsetzen könnten!

 

Auch ist die Vorstellung einseitig, „wir alle“ würden das Klima zerstören. Denn es gibt Hauptverursacher. Sie sitzen in den Konzernspitzen und  Banken und kontrollieren auch die Politik. Wir haben nicht die Kontrolle über dieses System. Die Kehrtwende der Grünen sollte doch eine Lehre sein. „System Change“ heißt doch konsequent weitergedacht: Eine am Gemeinwohl orientierte Wirtschaftsweise  muss gegen (!) die Träger dieses heute menschen- und umweltfeindlichen Kapitalismus erkämpft werden.  Hier und da entwickelt sich die FFF-Bewegung durchaus weiter und erkennt: Statt immer zu appellieren gilt es, außerparlamentarischen Widerstand gegen die Hauptverursacher aufzubauen und Bündnispartner in den Belegschaften der Betriebe zu gewinnen!

 

Klimagerechtigkeit“ - eine wichtige Forderung! 

Denn die wenig entwickelten, armen Länder tragen die Hauptlast der Klimakatastrophe. Aber nicht „ wir in den Industrieländern“ verursachen das, sondern die hier ansässigen globalen Konzerne und Banken. Diese verantworten auch in den hochindustrialisierten Ländern wie Deutschland Armut, Ausbeutung und Klassenunterschiede.

 

„Echt – Stark – Grün“ : Dieser Slogan stand auf den Schutzwesten unserer Besuchergruppe. Was ist daran grün, fragte einer? Erwartungsgemäß stand bei der Führung durch das beeindruckend große Werk nicht der Klimaschutz im Vordergrund. Das Problem: Die Zementherstellung (inklusive Klinker etc.) emittiert weltweit 8 % der klimaschädlichen Gase und die weltweite Bauindustrie sogar 38%. HeidelbergCement Turm

Grund genug für die UG Ulm, eine Werksbesichtigung in ihr Programm aufzunehmen.

Im nahegelegenen werkseigenen Steinbruch wird der Kalkstein (und weitere Rohstoffe) abgebaut und anschließend elektrisch (1 Million Watt!) klein gemahlen. Der gewaltige Drehrohrofen ist das Kernstück der Klinkererzeugung. Die notwendige extrem hohe Temperatur von 1450 Grad erzeugt man mit Braunkohlestaub aus dem Hambacher Tagebau und hält sie aufrecht mit Sekundärbrennstoff. Das ist konditionierter Müll, aus Siedlungsabfällen und aus dem Gelben Sack. Ganze Autoreifen werden nicht mehr, so wie früher, verwertet. Heute werden kleingehäckselte Abfälle mit einer ganz bestimmten Zusammensetzung bestellt und angeliefert. Ein Fortschritt?HeidelbergCementRohrofen

Unterschätzt hatten wir das Ausmaß der Transporte in das Werk und aus dem Werk. Eine Million Tonnen werden während der Hauptbauperiode auf Lkw mit 25 Tonnen Nutzlast geladen. Das sind 40.000 LKW im Jahr, die rausgehen. Die Gemeinde Schelklingen und umliegende Orte sind darüber nicht glücklich, die Umwelt auch nicht. Ökologischere Bahnverladung findet kaum mehr statt.

HeidelbergCementKontrollzentrum

Welche Alternativen gibt es? Recycelter Beton wird bereits in der Bauindustrie eingesetzt, aber da ist Luft nach oben. Die kapitalistische Bauwirtschaft profitiert von einer begrenzten Haltbarkeit der Bauwerke – "das machten schon die alten Römer besser", meinte ein Besucher ironisch. Alternative Baustoffe müssen weiter erforscht werden, aber selbst Holz als Baustoff ist noch lange nicht ausgereizt! Vor allem aber muss die Klinker- und Zement- bzw. Betonherstellung klimaneutral erfolgen. Das CemZero-Projekt in Schweden weist nach, dass fossilfreie, elektrische (plasmabasierte) Technologien dazu bis 2030 in der Lage wären.

Und das fordert auch die Umweltgewerkschaft: Klimaneutrale Zementproduktion bis 2030! 

AKT Ulm 1 „Eine sehr beeindruckende und vor allem wichtige Kundgebung, mit Demo. Denn gerade jetzt muss man mit seiner Meinung auf die Straße gehen!“, meinte ein Teilnehmer.

Denn beim Ukrainekrieg, ausgelöst durch den Überfall durch das neu-imperialistische Russland, droht eine weitere Eskalation: Die Nato pumpt den Kriegsschauplatz mit modernsten Waffen voll und setzt das Ziel, Russland zu "besiegen". Das kann sich zu einem Weltkrieg entwickeln!  Da würden auch verheerende atomare Massenvernichtungswaffen eingesetzt. Deshalb versteht sich die Umweltgewerkschaft auch als Teil der Friedensbewegung.

Leider sehen die Industriegewerkschaften und auch die frühere Friedensbewegung noch nicht die Notwendigkeit eines aktiven Widerstands.

Gefordert wurde vom Veranstalter, dem Internationalistischen Bündnis, die sofortige Beendigung des Ukraine-Kriegs und der Rückzug aller russischen Truppen aus der Ukraine und ebenso aller NATO-Truppen aus Osteuropa.

AKT Ulm 2

 

 

 

Die TeilnehmerInnen und RednerInnen waren aufgewühlt, wütend und auf der Suche nach Auswegen aus diesen -zusammenhängenden- Krisen: Weltkriegsgefahr, Unterordnung der Klimakrise unter die „Sicherheitspolitik“, sprunghafte Steigerung der Energie- und Lebenshaltungskosten, Coronakrise. 

 

 Zum Schluss wurde zu einer Bundeskonferenz und einer zentralen Demonstration am 1./2. Oktober nach Berlin eingeladen. Auch Ulm kann Delegierte schicken für die Gründung eines neuen, kämpferischen, demokratischen Friedensbündnisses („von Religion bis Revolution“) gegen Faschismus und Weltkriegsgefahr.

Der Betriebsleiter der Anlage im Steinhäule, Dipl.Ing. Erwin Schäfer, hatte sich den ganzen Nachmittag frei genommen, um uns die fortschrittliche Anlage zu erläutern, wo die Abwässer von 440000 Einwohnern und der Industrie sowie landwirtschaftliche Klärschlämme wiederaufbereitet werden.

Steinhäule 1a

 Die gängige Vorstellung von einer Kläranlage ist die der Entsorgung von statistisch rund 111 Liter braune Brühe pro Tag und pro Bürger. Auf dem heutigen Stand der Technik ist es jedoch möglich, daraus die wichtigsten Nährstoffe für den Lebensmittelanbau wiederzugewinnen, darunter vor allem das kostbare und knappe Element Phosphor.

Da Erwin Schäfer nebenberuflich Bio-Landwirt ist, sind ihm biologische Kreisläufe und schadstofffreie Lebensmittel auch ganz persönlich ein Anliegen. Wasser und andere Rohstoffe müssen sparsam verwendet, industrielle und medizinische Schadstoffe unschädlich gemacht werden. Im Mittelpunkt muss die Einheit von Mensch und Natur stehen. Diese „Philosophie“, dieser ganzheitliche Ansatz war es, der uns Besucher mit Begeisterung erfüllte und zu vielen Fragen und Kommentaren ermunterte.

Ein Hauptproblem ist das Herausfiltern problematischer Schadstoffe. Man muss sich mal bewusst machen, dass das Abwasser Medikamente, Kosmetikgrundstoffe, Lösungsmittel, Hormone, Röntgenkontrastmittel, Schmerzmittel wie Diclophenac und Ibuprofen undsoweiter enthält. Und so werden diese über die herkömmlichen Verfahren (mechanisch, biologisch, chemisch) hinaus im Steinhäule in einer "4. Reinigungsstufe" mit gezieltem Einsatz von Aktivkohle herausgefiltert und unschädlich gemacht.

In der Entwicklung ist noch eine 5. Reinigungsstufe.

In einer Pilotphase wird auf dem Betriebsgelände vom Fraunhoferinstitut die "Kläranlage der Zukunft" vorangetrieben, eine Hochlastfaulung zur Biogas- und Nährstoffgewinnung. "Das macht ökologisch Sinn, im Gegensatz zur Erzeugung von Biogas aus Lebensmitteln", meint Schäfer völlig zu Recht.

 

 Bild 1: Besichtigung ZVK Klärwerk Steinhäule in Neu-Ulm                                                                                       Bild 2: Enfernung von Spurenstoffen

 

Steinhäule 2a

Anders als bei der Müllverbrennung enthält der zu verbrennende entwässerte und gereinigte Klärschlamm nur einen sehr überschaubaren Schadstoffanteil. Zweck der Verbrennung ist nicht irgendeine "Entsorgung", sondern die Produktion phosphor- und nährstoffreicher Asche als schadstoffreies Düngemittel für den Nahrungsmittelanbau.

Die Emissions-Grenzwerte werden weit unterschritten. Freiwillige betriebseigene Untersuchungen von Nutzpflanzen auf dem Gelände sowie in 20 km Entfernung konnten keine schädlichen Immissionen aus der Anlage nachweisen. Nur wenige Kläranlagen in Deutschland (geschweige denn weltweit!) realisieren das technisch Machbare so weitgehend, wie es im „Steinhäule“ geschieht. Dabei steht „Steinhäule“ permanent im Austausch mit anderen Technologien (Pyrolyse, Grenzebach…) um die besten Lösungen.

Führungen wie diese schaffen ein Bewusstsein für die Komplexität des Wasserkreislaufs. Besondere Freude bereitet es Herrn Schäfer, wenn er den besonders begeisterungsfähigen Viertklässlern diese Fragen näher bringen kann. Natürlich betreibt er Aufklärungsarbeit bei Unternehmen, Behörden und Umweltorganisationen.

Es gab auch genügend Raum für Diskussion:

Die entscheidende Störung der Einheit von Mensch und Natur, die Umweltkrise, kommt heute von der Gewinnpriorität der kapitalistischen Wirtschaftsweise. Maßnahmen zum Schutz der natürlichen Umwelt, hier des Wassers, schmälern den Profit der privaten Unternehmen und müssen politisch erkämpft werden. Die wirksamste Kraft hätten dabei die Belegschaften und ihre Gewerkschaften! Die staatlichen Institutionen –das weist die Umweltgewerkschaft nach-  stehen primär im Dienste der Konzerne und nicht des Gemeinwohls.

Warum wird das technisch Machbare nur in Vorzeigeprojekten und nicht durchgängig realisiert?

Warum wird nicht konsequent das Verursacherprinzip angewendet? Zum Beispiel mit Entsorgungskonzepten der Arzneimittel-, Düngemittel-, Kosmetik- und anderer Industrien auf Kosten ihrer Gewinne?

Angesichts der krisenhaften kapitalistischen Entwicklung und der geplanten Hunderte Milliarden Aufrüstungskosten ist abzusehen, dass die Kommunen an der Umwelt den Rotstift ansetzen. Nicht mit uns!

 


Manche erinnern sich: Steinhäule + Kanalisation + MVA wurden an US-Investoren verleast

2003 ließ sich der Gemeinderat Ulm in einem „Cross-Border-Leasing“-Vertrag  auf kriminelle Machenschaften der internationalen Finanzwelt ein! Von „Gier“ angetrieben (Originalton Handelsblatt) und "beraten" von Ernst&Young verleaste Ulm (wie auch Bochum, Berlin, Wuppertal u.a.) unter OB Ivo Gönner und dem damaligen Finanzbürgermeister Günther Czisch nach einem Steuertrickmodell seine Kanalisation inklusive „Steinhäule“ an US-Investoren für 99 Jahre. Später gelang Ulm ein verlustreicher Ausstieg aus dem Vertrag.

 

Juni

 Mi 1.6. 18 Uhr Monatstreffen im  Biergarten Kokoschinski:  Austausch; Planung Mitgliederwerbekampagne und Jahresprogramm

 

Juli

 Mi 13.7. 14 Uhr (geänderter Termin)  Führung durch das Klärwerk Steinhäule  (Bitte um Anmeldung über Mail-Kontaktadresse)

 Sa 23.7.  15-22 Uhr  Besuch Liederfest der Naturfreunde  am Spatzennest bei Weidach

 

August

 Di, 2.8. 14-17h Teilnahme an Führung Botanischer Garten (Treff: Oberer Eingang). Im Anschluss Offener Treff im dortigen Biergarten.

 Sa 6.8.  Aktion gegen Atomwaffen zum Hiroshima-Jahrestag

 

September

 Fr. 2.9. Besichtigung des Zementwerks Schelklingen (HeidelbergCement) (Bitte um Anmeldung über Kontakt-Mailadresse)

 Di 6.9. 14.-17h Teilnahme „Förster-Crashkurs“ (ForstBW) Treffpunkt: Söflingen, Maienwäldle, Wanderparkplatz

 Sa 17.9. Aktionsstand beim Green Parking Day zum Thema Flächenverbrauch und Verkehr in der Innenstadt

 Fr. 23.9.  Globaler Klimastreik unter dem Motto #PeopleNotProfit. 15 Uhr Münsterplatz!

 Fr 30.9. 14.30-16.30 Teilnahme an Pilz-Führung (ForstBW)  Treffpunkt: Blaubeuren-Asch Am Pfarrgarten 6

 

Oktober

 Mi 12.10  Offener Treff (Uhrzeit und Ort werden rechtzeitig bekanntgegeben). Themen:

-          Einführung in die Bildbearbeitung

-          Vorbereitung Weltklimatag (Aktionseinheit?)

 Sa 22.10. Teilnahme am Christbäume-Pflanzen (auch für Kinder; ForstBW) in Ehingen, Waldgaststätte, 10-14h,

 

November

 Sa 12.11. Weltklimatag-Aktion in Ulm

(Weltklimakonferenz COP27 6.-18.11.2022 in Scharm asch-Schaich/Ägypten )

Do 17.11. "Der laute Frühling" Filmbesuch 19h Obscura Ulm (in Anwesenheit der Filmemacherin)

 

Dezember

 7.12.  Offener Treff zum Jahresabschluss mit Bildern, Berichten von der Weltklimakonferenz u.a.   (Ort und Zeit werden noch bekanntgegeben)

 

Ostermarsch 2022 1 NazidenkmalDer Ostermarsch stand ganz im Zeichen des Ukrainekriegs. Einhellig wurde der russische Einmarsch in die Ukraine verurteilt. Aber noch mehr Waffenlieferungen, was die Ampelregierung jetzt beschlossen hat,  heißt weiter Öl ins Feuer gießen. Das lehnten die Ostermarschierer ab.

Ein Redner lenkte auch den Blick auf die vielen heute ausgeblendeten Kriege der letzten Jahre und der Gegenwart. Allein im Jemen kostete der Krieg 380000 Menschenleben – ausgelöscht auch durch Waffen deutscher Hersteller – auch aus Ulm - , die ganz legal auf Umwegen über Ägypten und Südafrika zum Einsatz kommen.  

Foto: Stopp beim von den Nazis errichteten Denkmal an der Karlstraße für die Helden  des 1. Weltkriegs. Erinnert wird an die getöteten Offiziere und Untergebene, nicht an die zivilen Opfer. Eine Abstimmung ergab: Weg damit.

Viele Gespräche drehten sich um den Aufbau einer wirkungsvolleren, international koordinierten Friedensbewegung.

 

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Die Südwestpresse zählte 400 TeilnehmerInnen des ersten Klimastreiks dieses Jahres. Darunter ziemlich viele Jugendliche, großenteils mit eigenen Schildern und Transparenten. Wer vor der Demo noch kein Schild hatte, konnte sich eines im Rahmen unserer Mal-Aktion machen.

 

Einige OrdnerInnen versuchten den undemokratischen "Keine Parteien"- Wunsch gegenüber einer MLPD/Rebell-Gruppe durchzusetzen, auch mit herbeigerufener Polizei. Selbst unsere UG-Fahne war einer Ordnerin zu links oder was, die Ordnerin wusste keine Begründung. Wir finden: Eine solidarische Strategiedebatte sieht anders aus. Vielfalt - Auseinandersetzung - Einheit: So wird die Klimabewegung stark.

 

Die Demo war laut, munter, kämpferisch. Für Klimagerechtigkeit, gegen eine Rückkehr zu Gas, Kohle und Atomkraft.

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   Der Wunsch nach einem Ende von Putins Krieg in der Ukraine war auch allgegenwärtig. Einige    PACE- Fahnen waren dabei, jedoch keine Vertretung der Ulmer Friedensbewegung. Die Umweltgewerkschaft unterstützt derzeit Bestrebungen für den Aufbau einer neuen, international koordinierten und unabhängigen Friedensbewegung.

 

 

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