Zu den Ortsgruppen:

bitte ganz nach

unten scrollen

 

Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bericht zum 01.05.2021

Am 01.05.2021 gab es in Lübeck eine kämpferische und kulturvolle Kundgebung, die vom Internationalistischen Bündnis veranstaltet wurde.

Es nahmen verschiedene Organisationen teil. Der Jugendverband Rebell, der Frauenverband Courage, die MLPD und die Umweltgewerkschaft.

Jede Organisation war mit einem Beitrag vertreten.

Die Umweltgewerkschaft hatte das Thema "Umweltschutz und Schaffung von Arbeitsplätzen sind möglich".

Radikaler Umweltschutz würde Millionen von Arbeitsplätzen schaffen. Aber keine Maximalprofite. Daran haben die Konzerne keinerlei interesse - aber der Rest der Menschheit.

Wir brauchen eine befreite Gesellschaft jenseits der kapitalistischen Profitwirtschaft.

Bei der Veranstaltung waren 40 interessierte Zuhörer anwesend.

 

Die Bürgerinitiative BAESH vom Deponie-Standort Harrislee solidarisiert sich mit den Bürgerinnen und Bürgern Lübecks und den Menschen, die sich vor Ort gegen die Zwangszuweisung von radioaktiven Abfällen auf der Deponie Niemark einsetzen.

Gemeinsam streiten wir alle für gesundheits- und umweltverträgliche Alternativen zur 'Entsorgung' von radioaktiven Abfällen über die Abfallwirtschaft - nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern bundesweit.

Wer wirklich Verantwortung für die strahlenden Hinterlassenschaften der Atomindustrie übernehmen will, sucht nicht den billigsten Weg, sondern den sichersten. Radioaktiver Müll gehört nicht in die Abfalltonne! 

Es ist nicht hinnehmbar, dass der Bevölkerung unter Anwendung von Zwangsmaßnahmen eine Erhöhung der Strahlenbelastung zugemutet wird, nur um den Atomkonzernen einen billigen Abriss zu bescheren. Es ist nicht hinnehmbar, dass nachkommende Generationen unkalkulierbare Risiken zugemutet werden sollen, die nicht rückgängig gemacht werden können. Es ist nicht hinnehmbar, das die Politik Vorsorge- und Verursacherprinzip abschafft und durch ihr Handeln gegen das Minimierungsgebot im Strahlenschutzgesetz verstößt.

Dort heißt es im Paragraphen 8, Absatz 2:

Wer eine Tätigkeit plant, ausübt oder ausüben lässt, ist verpflichtet, jede Exposition oder Kontamination von Mensch und Umwelt auch unterhalb der Grenzwerte so gering wie möglich zu halten.

Die Landesregierung sollte das ernst nehmen und endlich Verantwortung übernehmen. Ihr aktuelles Handeln ist das Gegenteil davon. Sie macht sich zum Handlanger der Atomwirtschaft.

Grüsse von der Flensburger Förde an die Lübecker Bucht.

Ein Beitrag von Prof. Dr. Rolf Bertram

  1. Vorab ein paar Fakten, die bei amtlichen Experten unzureichend bekannt sind oder zurückgehalten werden:

- Jede 'Freisetzung' von Radioaktivität beeinträchtigt die biologische Vielfalt und führt zu einem nicht kalkulierbaren Risiko für alle Zeiten.

- Die in den Verordnungen gewählten DOSISKOEFFIZIENTEN sind nur ein grobes Maß der tatsächlichen FOLGEWIRKUNGEN.

- Die amtlichen Grenz- und Richtwerte (z. B. Grenzwerte) beruhen auf unrealistischen Annahmen (keine dieser Annahmen berücksichtigen die tatsächliche Situation, z. B. nicht messbare Organ- und Teilkörperdosis, Einfluss auf teilungsfähige Zellen (Basalzellen).

  1. Eine Unterscheidung der Dosen auf den Organismus durch Inhalation, Ingestion, und Permeation ist bei unterschiedlicher räumlicher und zeitlicher Zufuhr der Aktivität völlig unzureichend. Eine Kontamination einzelner Personen ist nur über aufwendige wiederholte Inkorporationsmessungen durch Blut und Ausscheidung abschätzbar. Die effektive Kontamination - also die spezifische Kontamination - eines Körperteils oder eines Organteils (gemessen etwa in mSv) ist nicht möglich. Die bisher vorliegenden Rechenmodelle sind nur für große Kohorten, aber nicht für den Einzelfall verwendbar.

Die Verwendung der Begriffe 'schwachaktiv', 'mittelaktiv', 'hochaktiv' sind irreführend, genauso wie der Begriff 'Grenzwert'. Sie dienen der juristischen und politischen Rechtfertigung, wissenschaftlich sind sie nichtssagend und zur Einschätzung von Strahlenschäden unbrauchbar.

  1. Nun zur 'Freimesserei'

Es ist nicht möglich, durch chemische oder technische Verfahren freigesetzte Radioaktivität zu vermindern oder zu vernichten. Durch den Abriss findet eine nicht vertretbare Zunahme der Umweltradioaktivität statt. Denn durch das anfallende zerkleinerte, gereinigte und geschredderte Stückgut und die damit verursachte Oberflächenvergrößerung wird die eingeschlossene Radioaktivität verstärkt freigesetzt und findet sich wieder im Spülwasser, im Schleifstaub und in den abgelagerten Bruchstücken.

P1030006 2 UG Mitglieder beim Vortrag HL 6 2 21Über 80 Lübecker*innen trotzten am Nachmittag des 6. Februar Corona und der Kälte und protestierten auf dem Markt gegen die Zwangsverordnung des Kieler Umweltministers Albrecht. Im Dienste von Energiekonzernen will er 18.000t Abrissmüll aus Brunsbüttel auf den Hausmülldeponien Niemark und Johannistal billig entsorgen lassen.
Die Umweltgewerkschaftsgruppe Lübeck hatte zu der Protestkundgebung aufgerufen. Zwei Vertreterinnen wiesen zu Beginn nach, dass der sogenannte „Bauschutt“ Radioaktivität enthält. Zusätzlich zur ohnehin vorhandenen radioaktiven Strahlung in unserer Umwelt gefährdet er unsere Gesundheit und erhöht das Krebsrisiko. Die Einlagerung auf Hausmülldeponien bezeichnet Albrecht als „alternativlos“. Dabei werden sichere Alternativen wie der Einschluss vor Ort, die der BUND und die „internationalen Ärzte gegen den Atomkrieg“ (IPPNW) entwickelten, einfach vom Tisch gewischt.

Protestresolution der Kundgebung der Umweltgewerkschaft gegen Atommüll am 6.2.21 in Lübeck

Die 80 Teilnehmer*innen auf der Kundgebung am 6.2.21 auf dem Lübecker Marktplatz protestieren entschieden gegen die Zwangsverordnung des Kieler Umweltministers zur Deponierung von Atommüll auf den Hausmülldeponien Niemark und Johannistal. Auch wenn das Ministerium dies leugnet: Der Abrissmüll enthält Radioaktivität. Wir wissen, dass unsere Umwelt ohnehin radioaktiv belastet ist und daher sind wir gegen jede weitere Verbreitung von radioaktiven Stoffen, weil damit die Gesundheit von Mensch und Tier weiter gefährdet wird.
Wir sind ebenso gegen die Einlagerung des Abrissmülls auf allen anderen Hausmülldeponien und solidarisch mit allen Mitstreitern im Land.
Alle ernst zu nehmenden Vorschläge für eine sichere Lagerung des Abrissmülls wurden vom Ministerium vom Tisch gewischt. Wir treten ein für einen verantwortungsvollen
Umgang mit radioaktivem Abrissmüll und halten eine breite gesellschaftliche Debatte darüber für notwendig.

Diese Protesterklärung wurde einstimmig verabschiedet.

1. Alles harmlos?

10 Jahre nach der Katastrophe von Fukushima und dem beschlossenen Ausstieg aus der Atomkrafttechnologie in Deutschland ist es endlich soweit, dass 2023 das letzte Atomkraftwerk in Schleswig-Holstein abgebaut werden soll. Eigentlich können wir uns darüber freuen, wären da nicht die Hinterlassenschaften dieser gefährlichen Technologie.

Für die radioaktiven Brennelemente sowie für hoch und mittelstark belastetes Material werden noch immer Lagerstätten gesucht. Bis 2031 sollen sie durch das Standortauswahlverfahren gefunden sein. Bisher gibt es nur Zwischenlager an den AKW-Standorten. Doch wir von der Umweltgewerkschaft wie auch viele Wissenschaftler fordern, dass das radioaktive Material rückholbar ist, denn keine Lagerstätte ist für die Ewigkeit und bis zu 10 Mio Jahre strahlt das Material.

Das Umweltministerium in Kiel behauptet, 97% des Abrissmülls seien radioaktiv nicht belastet. Wie kann das sein? Die Radioaktivität verschwindet auf wundersame Weise durch „Freimessen“. Durch mechanische und chemische Bearbeitung wird theoretisch ein Grenzwert von unter 10 Mikrosievert erreicht und aus Atommüll wird Hausmüll.
Nachdem Herr Albrecht kein Einvernehmen mit betroffenen Gemeinden erzielen konnte, sollen nun in Lübeck-Niemark 12500 t und in Johannistal bei Heiligenhafen 5500 t zwangszugewiesen werden.

Ist nun die zusätzliche Strahlenbelastung von 10 Mikrosievert unbedenklich?
Umweltminister Albrecht verharmlost die Sache, indem er angibt, dass selbst für Trinkwasser ein Grenzwert von 100 Mikrosievert ionisierender Strahlung gilt und auch die natürliche Strahlung schon über 2100 Mikrosievert liegt. Doch der Deutsche Ärztetag wies bereits 2017 darauf hin, “dass es keinen Schwellenwert für die Unbedenklichkeit von ionisierender Strahlung gibt.
Zwischen Dosis und Wirkung ionisierender Strahlung beim Menschen besteht ein linearer Zusammenhang. Entsprechend gilt: Die Anzahl der strahlenverursachten Erkrankungs- und Todesfälle steigt mit der Höhe der Strahlenbelastung. Jede Strahlung ist schädlich und kann Krebs, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen auslösen oder Erbgutschäden verursachen.

Besonders bedenklich ist, dass die Strahlenmessung vom AKW-Betreiber selbst durchgeführt und nicht kontinuierlich durch unabhängige Dritte überwacht oder kontrolliert wird. Bei einigen Stoffen sind außerdem Stichprobenverfahren zulässig oder auch Schätzungen sind möglich.
Auch wird nicht berücksichtigt, dass durch die Freigaberegelung zeitnah mehrere Millionen Tonnen radioaktiven Materials freigesetzt und flächendeckend verteilt werden.

Die Belastung durch ein AKW im Normalbetrieb wird mit einem Wert unter 10 Mikro-Sievert angegeben (Angabe z.B. Deutsches Atomforum e.V.,2008). Gleichzeitig ist die Kinderkrebsrate, dies belegt die KIKK-Studie in 2007, im Umkreis von Kernkraftanlagen (20 km Radius) signifikant erhöht. Kann vor diesem Hintergrund eine Strahlenbelastung von bis zu 10 Mikro-Sievert pro Person pro Jahr durch die Deponierung der AKW-Abfälle als zumutbar bezeichnet werden?

Jede zusätzliche Freisetzung von Radioaktivität widerspricht dem Minimierungsgebot im Strahlenschutz. Jeder Mensch soll sich radioaktiver Strahlung so wenig wie möglich aussetzen und deshalb lehnen wir die Deponierung von radioaktivem Müll auf Niemark strikt ab.

2. Keine Alternativen?

Die Energiekonzerne haben sich nie um eine möglichst sichere Lagerung gekümmert. Es geht ihnen um eine möglichst billige Entsorgung, damit ihr Profit erhalten bleibt. Und jetzt machen sie und ihr Umweltminister Albrecht Druck mit einem angeblichen „Müllnotstand“ in Brunsbüttel. Die Lagerung auf Hausmülldeponien ist angeblich „alternativlos“. Bei diesem Begriff klingeln schon unsere Alarmglocken.
Es gab von 2016-18 eine Arbeitsgruppe mit dem damaligen Umweltminister Robert Habeck, in der er Einvernehmen mit Gemeinden und dem BUND herstellen wollte. Das scheiterte am Widerstand, den Abrissmüll aus AKW s auf Hausmülldeponien zu kippen. Es hatten sich Bürgerinitiativen in Harrislee bei Flensburg und in Schönwohld bei Kiel gegründet und auch wir von der UWG wurden aktiv und haben über in 3 Jahren über 1200 Unterschriften gegen diese Art der Lagerung gesammelt.
Alternative Vorschläge zur Lagerung des Abriss Mülls aus AKW s vom BUND und IPPNW (internationale Ärzte zur Verhütung eines Atomkrieges) wurden von Habeck verworfen, aber darüber wird keine Öffentlichkeit hergestellt.
Der BUND schlug den sicheren Einschluss mit anschließendem Rückbau vor. Nach Entfernung der Brennelemente wird der gesamte AKW-Bereich für 30 Jahre oder länger eingeschlossen, in dieser Zeit klingt die Strahlung ab, dann kann der Abriss erfolgen.
Eine weitere Alternative ist der unbefristete und dauerhafte Einschluss des AKW vor Ort, also ohne anschließenden Abriss. Bei dieser Variante ist die Gefährdung der Bevölkerung minimiert

Die IPPNW kritisieren den kompletten Abriss der Akw´s grundsätzlich,weil er gesundheitsgefährdend ist. Die gering kontaminierten Materialien sind in dem bestehenden AKW-Werksgebäude viel besser aufgehoben. Es ist geradezu unverantwortlich, viele 10tausend Tonnen Akw-Abriss auf Hausmüll-Deponien zu bringen oder in die Reststoff-Verwertung einzuspeisen.Ein unbefristeter und auf Dauer angelegter Einschluss des AKW´s würde die Menschen am ehesten vor Radioaktivität schützen.Denn die Werbung der Betreiber für den AKW-Rückbau, am Ende gebe es eine „grüne Wiese“, ist eine Fiktion.
Wir sind keine Wissenschaftler, aber die Alternativen müssen in der Bevölkerung bekannt gemacht werden, damit sie sich ein Urteil bilden kann und tatsächliche Alternativen diskutiert werden können.

3. Organisiert euch

2014 haben wir die Umweltgewerkschaft gegründet. Warum haben wir uns den Namen „Gewerkschaft“ gegeben? Die Umweltfrage hat heute eine ähnlich existenzielle Bedeutung für die Menschheit wie Löhne und Arbeitsbedingungen für die Arbeiter vor 150 Jahren. Wir brauchen heute einen ebenso breiten Zusammenschluss auf überparteilicher und antifaschistischer Grundlage. Und Arbeiter sind besonders herausgefordert, gewerkschaftlich im Betrieb für den Erhalt unserer Umwelt und Gesundheitsschutz aktiv zu werden. Wir setzen uns für einen kostenlosen und attraktiven Nahverkehr ein und unterstützen die Fridays for Future-Bewegung im Kampf zum Schutz des Klimas.
Der Widerstand gegen die Deponierung von Atommüll auf Niemark hat erst begonnen. Er braucht viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter, die ihre Fähigkeiten beim Schreiben von Flugblättern einbringen, bei der Gestaltung von Veranstaltungen und Organisierung von Widerstandsaktivitäten. Aber es kann auch wichtig sein, schon mit dem Mitgliedsbeitrag von 2 € monatlich die Aktivitäten finanziell zu unterstützen.
Mach auch du mit in unserer Umweltgewerkschaftsgruppe.
Aufnahmeanträge gibt es an unserem Stand.

Bilder Ortsgruppe Lübeck

Die 50 neuesten Beiträge