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Kontakt: Christian Zajonc, Fischerstrasse 52, 45899 Gelsenkirchen, Tel.: 0209/93 96 91 94, e-mail: umweltgewerkschaft-ge<at>gmx.de

Liebe Leserin, lieber Leser,

CORRECTIV steht für konstruktiven Journalismus. Doch was bedeutet das eigentlich? Wir wollen nicht nur Probleme benennen, sondern auch Lösungen diskutieren, Menschen einbeziehen und Gesprächsräume schaffen. Wir denken, das wird dies angesichts der Klimakrise dringend brauchen. Wir öffnen Redaktionsräume, machen Recherchen zugänglich und beziehen Bürgerinnen und Bürger, Wissenschaftlerinnen und Stadtvertretet ganz konkret und vor Ort in unsere Recherchen ein.

Am 14.11. fand in Bergkamen bei schönstem Wetter eine eindrucksvolle Kundgebung mit Demonstration von etwa 150 Bergleuten, Freunden und Familien gemeinsam mit Umweltschützern statt. Bewusst war der weltweite Umwelt- und Klimaaktionstag gewählt worden. Heftig kritisiert wurde die "Politik der verbrannten Erde" der Ruhrkohle AG: die Schließung des Bergbaus und die Entlassung der Bergleute, der Deputatklau (Deputat ist fester Lohnbestandteil der Kumpels, den man auch als Rentner erhalten muss), und der Plan, die stillgelegten Zechen zu fluten. Ein Anstieg des Grubenwassers würde die große Gefahr einer regionalen Umweltkatastrophe bedeuten, da jede Menge hochgiftiges PCB und eingelagerter Giftmüll unter Tage verblieben sind. Die Demonstration durch Wohngebiete wurde von vielen Anwohnern freudig begrüsst. Auch die Umweltgewerkschaft hat sich aktiv beteiligt. Nachfolgend dokumentieren wir unseren Redebeitrag bei der Auftaktkundgebung:

20 G 44g klein Bergkamen 14.11.20 

Liebe Bergleute, Arbeiter und Umweltschützer,

ich spreche für die Umweltgewerkschaft Gelsenkirchen-Bottrop-Gladbeck. Ich freue mich sehr über die gemeinsame Aktion! Für eine lebenswerte Zukunft der Jugend! Heute ist ja auch der weltweite Umwelt- und Klimaaktionstag. Wir erleben eine dramatische Entwicklung zu einer globalen Umweltkatastrophe durch die rücksichtslose Ausbeutung der Natur. Die ganzen unverbindlichen Erklärungen bei 25 Weltklimakonferenzen sind komplett gescheitert. Dürre, Überschwemmungen, Waldbrände, Hunger: für Millionen Menschen ist die verschärfte Umweltkrise bereits zu einer Existenzkrise geworden.

Seit Jahren leistet die Bürgerinitiative unermüdlich und hartnäckig Widerstand gegen die Sondermüllverbrennungsanlage der Firma Suez (ein Weltkonzern) und legt sich sachkundig mit der Bezirksregierung Arnsberg an, weil diese als zuständige Behörde bisher alles abnickt. Die Umweltgewerkschaft Gelsenkirchen gratuliert herzlich und freut sich gemeinsam mit der Bürgerinitiative über den Erfolg. Denn leider hat die Emscher-Lippe Region in der NRW-Statistik einen traurigen Spitzenwert an Krebserkrankungen und auch an Krebssterblichkeit. Es ist davon auszugehen, dass auch die Anlage der Fa Suez mit ihren Umwelt schädlichen Emissionen einen erheblichen Anteil daran hat. Wer kämpft, kann gewinnen!

Die Bürgerinitiative Dicke Luft Herne schreibt:

Wir beteiligen uns an der ruhrgebietsweiten Kundgebung / Demonstration in Bergkamen.

Beginn ist um 11 Uhr auf dem Platz der Städtepartnerschaft, vor dem Rathaus in Bergkamen.

Wir treffen uns in Gelsenkirchen um 9 Uhr 30 zur gemeinsamen Abfahrt (mit Pkw, geht leider nicht anders) auf dem Parkplatz Horster Mitte, GE-Horst, Schmalhorststraße 1 (gegenüber Schloss Horst).

Die Aktion in Buer, an der wir uns beteiligten, hatte ca. 25 ständige Teilnehmer und wurde von einer Reihe Passanten interessiert verfolgt.

Etwas Besonderes daran war, dass auch Menschen vom Freundeskreis Flüchtlingssolidarität da waren. Sie führten unter anderem aus, wie die drohende globale Umweltkatastrophe täglich neue Fluchtursachen schafft. Ein Bergmann wies darauf hin, dass auch im Ruhrgebiet mit der weiteren Flutung von Zechen eine regionale Trinkwasser-Katastrophe provoziert wird und wir so eines Tages auch zu Umweltflüchtlingen werden können.

Dass es – verglichen mit anderen Städten – recht wenig Teilnehmer waren, liegt hauptsächlich an der Ausgrenzung aus antikommunistischen Motiven, die in der Gelsenkirchener FFF-Bewegung von Anfang an gezielt betrieben wurde gegen den Jugendverband Rebell als Initiator und auch gegen alle Organisationen, die wie die Umweltgewerkschaft überparteilich sind und Kommunisten nicht ausschließen. Seither gibt es hier jeweils zwei getrennte Aktionen von zwei verschiedenen Gruppen, die beide durch die Spaltung geschwächt wurden.

Schlussfolgerung kann nur sein, Menschen zu organisieren und die Bewegung neu aufzubauen und sich dazu auch mit dem schädlichen Antikommunismus auseinanderzusetzen.

Das Treffen findet statt am Freitag, 18.09.2020, um 18:30 Uhr im Treff International, Hauptstr. 40 (am Hauptmarkt), 45879 Gelsenkirchen.

proteststreik gegen luftverschmutzung oeko streikposten 107791 2213Schwerpunktthema ist die Vorbereitung auf den Klimastreiktag am 25.09.

Weitere Punkte sind:

Wie weiter im Widerstand gegen die Ölpellet-Verbrennung?

BP, Uniper und die "Zukunftstechnologie Wasserstoff"

Interessenten sind herzlich eingeladen!

Bitte Mundschutz nicht vergessen!

Klimaerwärmung – und was ist zu tun

streifengrafikwar das Thema, mit dem wir uns beim Umweltgewerkschafts-Treffen im Juli beschäftigt haben. Am Anfang verdeutlichte ein kurzer Film die Szenarien einer fortschreitenden Erd-Erwärmung. Er führte drastisch vor Augen, dass ein Großteil der Erde bis zum Ende des Jahrhunderts unbewohnbar und unzugänglich würde durch einen Temperaturanstieg um 4 bis 5 Grad, wenn nicht alles unternommen wird, um den Gehalt an Treibhausgasen in der Atmosphäre drastisch zu senken.

Ein einleitender Beitrag ging auf die grundlegenden Zusammenhänge ein und auch auf die völlig untaugliche Klimapolitik der Bundesregierung. Letzteres wurde vertieft durch einen Beitrag zu Strompreisen und EEG-Umlage. Die zugehörigen Powerpoint-Folien waren leider nicht so gut zu sehen, weil an diesem Tag zum ersten Mal seit längerer Zeit lange und ausgiebig die Sonne schien :-) und unser Raum keine Verdunkelungsmöglichkeit hatte; die sehr interessanten Zahlen und Kurven werden wir deshalb in geeigneter Form noch nachliefern. Klar wurde jedenfalls, 1. dass die Strompreise ständig steigen trotz eines langsam wachsenden Anteils an erneuerbaren Energien, die eigentlich billiger sind, 2. dass die EEG-Umlage anders, als ihr Name vermuten lässt, nur zu einem Viertel für den Ausbau erneuerbarer Energien verwendet wird, dem durch gesetzliche Vorgaben obendrein noch Grenzen gesetzt sind (Auslauf der Förderung für Solarenergie, langwierige Genehmigungsverfahren für Windkraft …)

Schwerpunkt der Diskussion war denn auch die Energieversorgung. Wesentliche Ergebnisse: Ein viel rascherer Ausbau und eine flächendeckende Versorgung mit erneuerbarer Energie wären technisch machbar. Eine profitwirtschaftliche Organisation verhindert das jedoch; sie ist für die Energieversorgung (und auch für andere Bereiche wie Krankenhäuser oder Pflege) grundsätzlich ungeeignet. Ob es deshalb eine gute Idee wäre, diese Bereiche wieder zu verstaatlichen – wo wir doch gerade gehört haben, wie die Regierung Gesetze macht zu Gunsten der Konzerne – , darüber gingen die Meinungen auseinander.

Festgelegt wurde, dass das nächste Treffen am 18.09. der Vorbereitung des nächsten globalen Aktionstags von Fridays for Future am 25.09. dienen soll. Bis dann!

Link zum Film: Szenarien der Erderwärmung

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