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Kontakt: Christian Zajonc, Fischerstrasse 52, 45899 Gelsenkirchen, Tel.: 0209/93 96 91 94, e-mail: umweltgewerkschaft-ge<at>gmx.de

Klimaerwärmung – und was ist zu tun

streifengrafikwar das Thema, mit dem wir uns beim Umweltgewerkschafts-Treffen im Juli beschäftigt haben. Am Anfang verdeutlichte ein kurzer Film die Szenarien einer fortschreitenden Erd-Erwärmung. Er führte drastisch vor Augen, dass ein Großteil der Erde bis zum Ende des Jahrhunderts unbewohnbar und unzugänglich würde durch einen Temperaturanstieg um 4 bis 5 Grad, wenn nicht alles unternommen wird, um den Gehalt an Treibhausgasen in der Atmosphäre drastisch zu senken.

Ein einleitender Beitrag ging auf die grundlegenden Zusammenhänge ein und auch auf die völlig untaugliche Klimapolitik der Bundesregierung. Letzteres wurde vertieft durch einen Beitrag zu Strompreisen und EEG-Umlage. Die zugehörigen Powerpoint-Folien waren leider nicht so gut zu sehen, weil an diesem Tag zum ersten Mal seit längerer Zeit lange und ausgiebig die Sonne schien :-) und unser Raum keine Verdunkelungsmöglichkeit hatte; die sehr interessanten Zahlen und Kurven werden wir deshalb in geeigneter Form noch nachliefern. Klar wurde jedenfalls, 1. dass die Strompreise ständig steigen trotz eines langsam wachsenden Anteils an erneuerbaren Energien, die eigentlich billiger sind, 2. dass die EEG-Umlage anders, als ihr Name vermuten lässt, nur zu einem Viertel für den Ausbau erneuerbarer Energien verwendet wird, dem durch gesetzliche Vorgaben obendrein noch Grenzen gesetzt sind (Auslauf der Förderung für Solarenergie, langwierige Genehmigungsverfahren für Windkraft …)

Schwerpunkt der Diskussion war denn auch die Energieversorgung. Wesentliche Ergebnisse: Ein viel rascherer Ausbau und eine flächendeckende Versorgung mit erneuerbarer Energie wären technisch machbar. Eine profitwirtschaftliche Organisation verhindert das jedoch; sie ist für die Energieversorgung (und auch für andere Bereiche wie Krankenhäuser oder Pflege) grundsätzlich ungeeignet. Ob es deshalb eine gute Idee wäre, diese Bereiche wieder zu verstaatlichen – wo wir doch gerade gehört haben, wie die Regierung Gesetze macht zu Gunsten der Konzerne – , darüber gingen die Meinungen auseinander.

Festgelegt wurde, dass das nächste Treffen am 18.09. der Vorbereitung des nächsten globalen Aktionstags von Fridays for Future am 25.09. dienen soll. Bis dann!

Link zum Film: Szenarien der Erderwärmung

Für die Mitgliederwerbung hier noch einmal unsere Werbekarte in einer web-Version zum Verschicken:


Ein Mitglied der Umweltgewerkschaft sitzt für die Fraktion der „Linken“ im Stadtrat in Herne und hielt dort den folgenden Beitrag:

"Sehr geehrter Herr Vorsitzender, meine Damen und Herren,

Ein Jahr lang brauchte die Bundesregierung, um aus dem Beschluss der hoch qualifizierten Kohlekommission einen Gesetzesentwurf für den Kohleausstieg zu machen. Und beginnen soll dieser historische Ausstieg damit, dass im Ruhrgebiet, in unserer Nähe, ein riesiges Steinkohlekraftwerk, nämlich Datteln IV, in den nächsten Tagen in den Betrieb geht. Der Testbetrieb läuft geradezu ungehindert schon. Dieses Steinkohlekraftwerk wird nach Auffassung der Kohlekommission bis zu 200.000 Tonnen mehr CO2 in die Atmosphäre schleudern und somit das Klima schneller erhitzen. Genauer gesagt, in unserer Nähe, 10 km entfernt.

Es werden feinste Nano-Partikel von Feinstäuben auf uns hernieder rieseln. Die sich übrigens gerne mit Coronaviren verschmelzen, sagt eine jüngste Studie aus China und Italien. Nach Angaben der Europäischen Umweltagentur EEA sterben hunderttausend Menschen vorzeitig, darunter zehntausend Todesfälle in Deutschland durch Feinstäube, Stickoxide und bodennahes Ozon.

Mit den Umweltgewerkschaftern und mit Freunden der MLPD, die sich nicht an den vielfältigen Demonstrationen vor Ort in Datteln beteiligen konnten, protestierten wir mit Transparent, gemalten Schildern und Flugblatt, sowie Programm der Umweltgewerkschaft gegen das gigantische Kohlekraftwerk von Uniper in Datteln. Auch in Gelsenkirchen ist Uniper mit seinem hiesigen Kraftwerk in der Kritik, da es die mit Vanadium und Nickel belasteten giftigen Ölpellets von BP verbrennt und dazu beiträgt, dass Gelsenkirchen mit an der Spitze der Krebsstatistik steht.

200530 protest gegen datteln 4 kleiner

Wir waren darauf eingestellt, dass die strikte Ablehnung der Kohleverbrennung in Gelsenkirchen, einer Stadt von Kohle und Bergleuten geprägt (ehemals 13 Zechen), ein gespaltenes Echo hervorruft. Es gab zahlreiche Passanten, vor allem Frauen und junge Leute, die sich für unsere Aktion zum Klimaschutz bedankten, uns Glück wünschten, den Daumen hoch hielten; und 2 junge Leute möchten weiter über die Umweltgewerkschaft informiert werden. Schließlich gehört das riesige Kraftwerk mit jährlich ca 6 - 8 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß zu den größten Klimaschädigern. Dass das neue Kraftwerk, wie Uniper-Chef Schierenbeck sagt, klimafreundlich sei, da andere Kraftwerke dicht gemacht werden, ist ein Trugschluss.

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Das war die beste 1.Mai-Kundgebung, die eindrucksvollste, die ich je erlebt habe“, sagten Teilnehmer nach der vor Gericht mit Eilantrag durchgesetzten Kundgebung, gegen das anfängliche Verbot der Stadt. Alle Gesundheitsmaßnahmen wurden diszipliniert eingehalten: 70 Teilnehmer auf dem Platz und mehr als weitere 70 am Rand. Ein breites Bündnis brachte kämpferische lebendige Beiträge zu vielen aktuellen brennenden Themen, gegen Ausbeutung und Unterdrückung, mit Blick auf die drängenden Fragen in der ganzen Welt, für eine Perspektive in einem echten Sozialismus. Auch die Umweltgewerkschaft brachte einen Redebeitrag zum Zusammenhang von Corona und Umweltzerstörung und auch mit Bezug zu unserem Kampf gegen die regionale Volksvergiftung.

Liebe Mitglieder und Freunde der Umweltgewerkschaft Gelsenkirchen – Bottrop – Gladbeck,

wir wollen euch heute ein wenig informieren über das Umweltgeschehen in unserer Region und Stellung beziehen zu einigen wichtigen Punkten.

Wir dürfen nicht in der Flut der Corona-Nachrichten untergehen. Im „Windschatten“ von Corona wurde in der diesjährigen Metalltarifrunde ein Abschluss ohne jegliche Lohnerhöhungen durchgedrückt, Seppelfricke kündigte diese Woche die Schließung seines Werks in Gelsenkirchen an und Küppersbusch die Stilllegung seines wichtigsten Produktionsbereichs. Das zeigt uns, dass Wachsamkeit gefragt ist – gleichzeitig gibt es deutschland- und europaweit Erfahrungen, dass Belegschaften, die zusammen produzieren, gerade auch in diesen Krisenzeiten zusammen kämpfen können und müssen um ihre Gesundheit und ihre Arbeitsplätze. Den Seppelfricke- und Küppersbusch-Kollegen gehört unsere volle Solidarität!

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