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Kontakt: Jochen Schaaf, Wolfmahdenstraße 36, 70563 Stuttgart
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Als wir am Platz vor dem Porsche Museum ankamen, fragte ich einen der Polizisten, warum hier so viel Security-Leute herumschwirren. Augenzwinkernd meinte er sinngemäß, die wollen euch vor den Arbeitern schützen. Unsere Flyer hatten das Management auf uns aufmerksam gemacht. Aber statt uns zu „schützen“, versuchten die Securitys, jedes Gespräch zwischen den Arbeitern und uns zu unterbinden.
Unsere Flyer polarisierten: Während manche Kollegen den Daumen nach oben streckten, riefen andere „Scheiß Grüne - ihr macht bloß unsere Arbeitsplätze kaputt!“
Die Custodi hatten Waldkräuter und Zweige mitgebracht, „damit ihr wisst, wie unser Wald riecht“. Ihre Rede können wir hier leider nicht abdrucken, da sie frei sprachen und unsere Dolmetscherin (Mitglied der Umweltgewerkschaft) auch frei übersetzen musste. Die Rede der Umweltgewerkschaft ist weiter unten abgedruckt. Außerdem sprachen ein ehemaliger Porsche Kollege und ein ehemaliger Betriebsrat von Porsche. Und dann gab es noch das offene Mikrofon, wo wir auch Fragen von Kollegen beantworten konnten. Dazwischen wurden viele Umweltlieder gesungen. „Bella Ciao“ kam am besten an, und viele Kollegen zückten ihre Handys.

 

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Rede der Umweltgewerkschaft vor Porsche
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Umweltfreunde,
Mit der inzwischen erreichten Erderwärmung von 1,59 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit ist das magisch beschworene 1,5 Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens Makulatur geworden.
Europa ist der Kontinent, der sich am schnellsten erhitzt einschließlich dem angrenzenden Mittelmeer. Das ist ein Ausdruck der begonnenen Umweltkatastrophe. Alle Mittelmeeranreiner sind besonders von Hitzewellen und Austrocknung betroffen. Deshalb gilt ab jetzt:
kein Wald darf mehr gefällt und kein Trinkwasser mehr gefährdet werden!
Porsche betreibt unweit der Gemeinde Nardò nur wenige Kilometer vom Golf von Tarent entfernt eines der modernsten Testzentren der Welt. Das Nardò Technical Center (NTC) beinhaltet insbesondere die kreisförmige Teststrecke Pista di Nardò mit einer Länge von 12,6 Kilometern und einem Durchmesser von etwa vier Kilometern. Das Gelände verfügt zudem über weitere Fahrzeugteststrecken. Auf dem mehr als 700 Hektar großen Gelände beschäftigt sich Porsche mit der Hochleistungsprüfung von neuen Fahrzeugen der Luxusklasse für die ganz Reichen.
Wie immer wenn es gegen einen geschützten Wald, sauberes Trinkwasser oder den Artenschutz geht, bringt die Kapitalseite das Stichwort: „Arbeitsplätze!“ Ob hier in Stuttgart oder in Apulien. Arbeitsplätze können aber auch geschaffen werden, ohne gleich einen Wald abzuholzen. Es ist jedoch immer die Profitlogig, die nach der höchsten Kapitalrendite greift.
Und Porsche legt nach, es würden dort „intelligente Autos“ getestet werden. Wären diese Autos intelligent, würden sie diese Tests in Nardo verweigern.
Naturschützer: Einfach nur nachpflanzen ist schwierig
In Nardò weisen die Umweltschützerinnen und -schützer der Bürgerinitiative darauf hin, dass Porsche es sich zu einfach mache. In Süditalien sei es sehr trocken, es gebe ohnehin Probleme mit dem Wasser, weil es viel zu wenig regne - wie wolle man da nachhaltig aufforsten und sich gut um mehr als eine Millionen junger Bäume kümmern können?
Wer soll diese Pflanzen 50 Jahre bewässern und vor Sonne schützen? Porsche bietet wie wir gehört haben gerade mal 5 Jahre an.
Außerdem ein alter Wald kann bestens das Grundwasser halten. Ein junger nicht, da die Wurzeln viel zu kurz sind. Mit dem alten Wald würde dann auch die Artenvielfalt verschwinden. Ein junger Wald kann das nie kompensieren.
Wenn die Aufforstung nicht gelingt, wird der Schaden groß sein. Riesige Brachflächen mit Hitzestau statt Artenvielfalt und Schatten wären dann die Folge. Ein Habitat entsteht immer über lange Zeit.
Während der Aufforstung würde das Meerwasser weiter im Grundwasser vordringen. Und längerfristig das Grundwasser versalzen.
Jeder Wald ist tabu, jetzt erst recht. Deshalb sagen die Custodis auch: „…...unser Wald zählt nicht. Vielleicht zählt er schon, aber die Interessen der Firma zählen mehr“.
Es gibt einen großen Zusammenhang zwischen der Umwelt und euch Arbeiter die hier arbeiten. Arbeiter schaffen alle Werte dieser Erde und sie müssen lernen umzudenken. Arbeiter können auch umweltverträglichere Produkte schaffen, als gerade Rennwagen, Produkte und Transportmittel im Sinn des Umweltschutzes. Es geht um eure Kinder, um die Zukunft eurer Kinder.
Kolleginnen und Kollegen: Lasst uns zusammen gehen und versuchen, einen Weg zu finden. Für Arbeitsplätze und Umweltschutz!
Wir wollen den Konzern Porsche nicht „abwickeln“. Er muss umgebaut werden: Umbau, Rückbau oder Ausbau von Produktion, Produkten und Transportmitteln im Sinn des Umweltschutzes.“ Porsche Arbeiter können das. Die Konzernleitung muss dazu gezwungen werden.
Die AfD will euch weiß machen, „die Grünen würden eure Arbeitsplätze kaputtmachen.“ Es sind jedoch die Aktionäre, egal ob bei Porsche, Daimler oder VW, die mutwillig und sehenden Auges in ihrer Profitgier die Umweltkatastrophe herbeigeführt haben. Diese Katastrophe gefährdet künftig alle Arbeitsplätze. Deshalb müssen wir heute alles unternehmen, um diese Katastrophe noch irgendwie ab zu dämpfen. Unsere Forderungen:
Umbau, Rückbau oder Ausbau von Produktion, Produkten und Transportmitteln im Sinn des Umweltschutzes. Reduzierung des individuellen PKW-Verkehrs und attraktiver Ausbau des öffentlichen Personennahverkehr zum Nulltarif! Ersetzung aller mit fossilen Energien betriebenen Verkehrsmittel durch Elektro-, Wasserstoff-, Oberleitungs- und Schienenfahrzeuge; vorrangiger Ausbau des öffentlichen Schienenverkehrs. Reduzierung des Neubaus von Autobahnen und vierspurigen Schnellstraßen. Güterverkehr auf Schienen und Wasserwegen auf Grundlage regenerativer Energien.
Statt Wälder abzuholzen: Schaffung und Förderung ausgedehnter Grünzonen, Parkanlagen, Waldflächen, der Begrünung von Gebäuden, usw
Schaffung von Millionen gleichwertiger Ersatzarbeitsplätze im Umwelt-, Pflege-, sozialen und industriellen Bereich.
Packen wir es an!

 

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Darf man angesichts der begonnenen Klimakatastrophe noch Porsche fahren? Tief im Süden unterhält Porsche seit Jahren eine Teststrecke, die Pista di Nardò, für seine Renn- und Sportwagen. Auf ihr wurden Geschwindigkeitsrekorde für straßenzugelassene Serienfahrzeuge mit 387,87 km/h sowie ein Rekord für Elektroautos mit 370 km/h erzielt.
Jetzt will Porsche sie erweitern und das auch noch in einem geschützten alten Eichenwald. Das gefällt nicht allen. Ende März haben es die Umweltschützer geschafft und das Porsche-Projekt vorerst ausgebremst. Im folgenden die Grußadresse der Custodi an die Umweltstrategiekonferenz in Berlin am 20. und 21.4.2024 in Berlin:240419 Grußwort Enzo von den Custodi 19.4.2441Abb 004 custodiAbb 006 custodi

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Die Letzte Generation hatte dazu aufgerufen und viele kamen. Auch wir Umweltgewerkschafter unterstützten diese Aktion. Gezielt wurden die Kurzflüge innerhalb Deutschlands angeprangert. Egal ob mit Linienflügen oder Privatjets. 80% der Inlandsflüge sind Geschäftsflüge, die auch mit der Bahn machbar sind. Stopp der Subventionierung von Kerosin und dafür ÖPNV und Nahverkehr ausbauen. Nach einem Die-in (eine Aktionsform des gewaltlosen Widerstands. Dabei legen sich Demonstranten in der Öffentlichkeit auf ein Signal hin plötzlich wie tot zu Boden) und Ansprachen im Terminal 3 ging es unter Polizeischutz rüber zu den Hallen der Privatjets Verbot von Kurzstreckenflügen außer in Notfällen. Förderung eines umweltverträglichen Tourismus - Ausbau eines attraktiven ÖPNVs zum Nulltarif!240518 Abb LG Protest Flughafen Stgt media.media.b01c1d83 4aee 4568 8bfb f42c43f4d280.original1024

Kolleginnen und Kollegen!

Die DB will sich eine kämpferische Gewerkschaft vom Hals schaffen.

Die Kolleginnen und Kollegen in den Lokführerständen (und alle anderen) erleben das Profitstreben der Bahnherren mit mehr Stress, Leistungsdruck, höheren Anforderungen und Personalabbau.

Ihr fordert zu Recht neben einer Lohnerhöhung von 555 Euro pro Monat, einer einmaligen Inflationsausgleichsprämie von 3000 Euro, eine Arbeitszeitverkürzung von 38 Stunden die Woche auf 35 Stunden für Schichtarbeiter bei vollem Lohnausgleich.

Arbeitszeitverkürzung ist ein wichtiges Mittel gegen den gewachsenen Druck. Die DB will das ihren „lieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“ aber nicht
gönnen. Sie zahlt lieber den Vorständen für ihre miese Leistung Extra-Boni.

Dabei ist die Bahn als öffentliches Verkehrsmittel ein wichtiger Faktor im Kampf gegen die begonnene Umwelt- und Klimakatastrophe. Erst wenn mehr Autofahrer umsteigen auf die Bahn, erst wenn mehr Güter auf der Schiene transportiert werden, wird der CO2 Ausstoß sinken. Dazu bedarf es auch mehr Kolleginnen und Kollegen in den Lokführerständen die diese Züge bewegen können. Und wer kann sich schon mit einem miesen Gehalt eine Wohnung in Stuttgart, München oder Hamburg leisten?

Die DB ist jedoch Teil der kapitalistischen Krisenursache, die Profite auf Kosten eurer Knochen und der Umwelt und der Gesellschaft macht.

Die Lokführerinnen und Lokführer verdienen die volle Unterstützung in ihrem Kampf.
Wir sind solidarisch mit euch!

Umweltgewerkschaft Stuttgart & Esslingen

 

 

231209 COP 28 stuttgart a 800

 

aus Anlass der 28. UN-Wetlklimakonferenz in Dubai

Umweltkampftag zu Rettung des Weltklimas

Protestaktion Samstag 9. Dezember 2023 14.30 Uhr

Stuttgart-Mitte, Rotebühlplatz,

Stellungnahmen, Beiträge, Musik und Sketche, offenes Mikrofon

UN-Weltklimakonferenz in Dubai – heraus zum Protest.

Die erste UNO – Weltklimakonferenz 1972 vereinbarte: „Der Mensch hat ein Grundrecht auf Freiheit, Gleichheit und angemessene Lebensbedingungen in einer Umwelt, die so beschaffen ist, daß sie ein Leben in Würde und Wohler-gehen ermöglicht, und hat die feierliche Pflicht, die Umwelt für gegenwärtige und künftige Generationen zu schützen und zu verbessern.“

Das klingt heute fast wie Hohn. Allein seit 1990 haben sich die jährlichen weltweiten Emissionen von Treibhausgasen um 50 % erhöht. Laut dem Bericht des Weltklimarats vom Juni ist das Pariser Klimaziel von 1.5°C gescheitert. Der europäische Klimabeobachtungsdienst Copernicus weist nach:

Seit 2015 ist das Durchschnittsklima in Europa 2,2°C höher als vor 1900.

Unter Hitzewellen, Dürren, Flutkatastrophen leiden die Menschen weltweit.

Anfang Dezember findet in Dubai / VAR die 28. UNO-Weltklimakonferenz statt. (COP 28). Der ungeheure Reichtum der Golfstaaten beruht auf Öl und Gas. In Dubai wurde sogar noch ein Kohlekraftwerk gebaut.

Ausgerechnet hier sollen die mächtigen Rohstoff- und Energiekonzerne von ihrem bisherigen Kurs „sehenden Auges in die Katastrophe“ abgehen?

Bei COP 27 waren 636 Vertreter der Öl-, Gas- und Kohleindustrie dabei.

Der US-amerikanische Klimatologe E. Mann sagt dazu: Die klimaschädlichen Ausstöße lassen sich auf rund 100 Kohle-, Öl- und Gas-Konzerne zurückführen. Sie klammern sich an das fossile Zeitalter und sind ein erheblicher Machtfaktor. Mit ihrer beträchtlichen finanziellen Mitteln nehmen sie Einfluss auf die staatliche Energiepolitik. (nach Stgt. Zeitung 27.05.23)

Annalena Baerbock schrieb nach Dubai: „Lieber Dr. Sultan Al Jaber, ich bin deshalb froh, dass Ihr Euch für Eure COP-Präsidentschaft auch vorgenommen habt, einen klaren Fahrplan aufzustellen, um die 1,5 Grad-Grenze in Reichweite zu halten. ...Unser Anspruch ...muss es sein, das Ende des Zeitalters der fossilen Energien einzuläuten“.

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Aber der liebe Herr Dr. Sultan, Industrieminister und Chef der staatlichen Ölgesellschaft Abu Dhabi National Oil Company sagt: „Es geht nicht um Öl und Gas oder Solarenergie, sondern um Öl, Gas und Solar...“. So werden die Kohlekraftwerke in Deutschland für Jahrzehnte auf Gas umgestellt, und so werden sie gemeinsam eher die Totenglocken für ein menschengerechtes Klima einläuten. Diese Weltklimakonferenz bringt nichts für das Klima.

In der Klimakatastrophe sind bereits einige Kipppunkte erreicht. Können wir da noch was drehen? Weltweit und länderübergreifend wachsen Protest und
Widerstand gegen die Zerstörung der Lebensgrundlagen. Das kann uns zuversichtlich machen

Macht mit – gemeinsam sind wir stark!

Umweltverbrecher auf die Anklagebank – Schützt die Umweltschützer vor der
Staatswillkür! Solidarität mit den Freunden der Letzten Generation!

Der Widerstand gegen die Umweltkatastrophe ist nicht nur legitim, sondern unbedingt
notwendig! Nicht der aktive Widerstand gegen die globale Umweltkatastrophe ist das
Verbrechen – sondern die Politik, die die Menschheit sehenden Auges in den Abgrund
führt.
Gegen die Profitgier die Erde vor dem Kollaps retten!


Ortsvorstand der Umweltwerkschaft Stuttgart

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